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Geschichte der Juden.
kümmern. Mose Chages dagegen (geb. 1670, gest. um 1744Z littsehr viel dadurch. Dabei war er selbst nicht frei von den Grundfehlerndieser Zeit. Nach dem Tode seines Vaters, Jakob Chages, wurdeer von seinem mütterlichen Großvater Mose Galante im Schlendrianerzogen, im Talmud und Kabbala unterrichtet. Im achtzehnten Jahreverheirathet und um sein Vermögen betrogen, welches seine Mutter nach-einander einem Geschäftsmanne und der Gemeinde von Safet vorgeschossenhatte, war der junge Chages gezwungen, Palästina zu verlassen. Erbegab sich nach Livorno, um dort die ehemaligen Sympathien für seinenVater auszubeuten. Von dem Jerusalemiter Rabbinat und anderenFreunden empfohlen, sollte er in Livorno daran arbeiten, die seitdem Tode seines Vaters versiegte Quelle zur Unterhaltung einerKlaus wieder flüssig zu machen. Schon glaubte er dem Ziele nahezu sein, als von Jerusalem aus, von vier unbekannten neidischenMännern, die sich als Rabbinatscollegium geberdeten, ein Sendschreibenan den Vorstand in Livorno einlief, welches die niedrigsten An-schuldigungen über Mose Chages, seine Unbescheidenheit, Schmähsuchtund Unverträglichkeit enthielt: Durch ihn sei die Gemeinde in Safetin Unheil versetzt worden; seine Ueberhebung gleiche nur seiner Un-wissenheit. Sie klagten ihn an, er wolle Livorno ebenso in Ver-wirrung bringen, wie er es mit Safet gemacht und legten ihn fastin den Bann. Es war aber nur darauf abgesehen, aus Brodneiddas Zustandekommen einer Klaus für ihn zu vereiteln. Obwohl einSchreiben von andern Männern aus Jerusalem zu Chages' Gunstenjene vier Männer Lügen strafte, so blieb von der Verläumdung dochetwas hängen und Chages erreichte sein Ziel nicht. Ohnehin auf-geblasen, auf Grund seiner Geburt in Jerusalem eine besondere Be-vorzugung beanspruchend und von rechthaberischer Natur, wurde erdurch das' Scheitern seines Planes und die geringe Beachtung, die erin Livorno gefunden, verstimmt und verbittert, überwarf sich mit demVorstande und Rabbinate und konnte sich dort nicht länger behaupten.Chages mußte von neuem ein Wanderleben antreten und seineHoffnungen herabstimmen. Er fand erst in Amsterdam einen Ruhe-Punkt, halb als jerusalemischer Sendbote und halb als Lehrer fürerwachsene Talmudjünger und als Schützling reicher Wohlthäter derportugiesischen Gemeinde. Seine Verbitterung gegen die Livornesenkonnte er nicht loswerden und machte sich in einem Werke, neueZusätze zum Religionscodex in überstrengem Sinne enthaltend, Luft durchhalbverdeckte Anspielungen. Seine persönliche Gereiztheit verbarg er
') S. Note 6, 1».