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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

der in Portugal geborene (um 1620 st. 1701 *) und zuletzt in Amster-dam zum Judenthum zurückgekehrte Marrane, und endlich der PolnischeRabbiner Jech iel Heilp erin in Minsk (schrieb um 1725^). Aberalle drei gleichen eher den chronikschreibenden Mönchen in der bar-barischen Zeit, und ihre Darstellungsweise ist mehr abstoßend alsanziehend.

Wenn die Litteratur das photographisch treue Abbild der Denk-weise und der Bestrebungen einer Zeitepoche ist, so muß das Jahr-hundert, welches zwischen Spinoza und Mendelssohn liegt, nach denlitterarischen Erzeugnissen beurtheilt, sehr häßliche Züge getragen haben.Es ist zwar sehr viel geschrieben und veröffentlicht worden; jeder Winkel-rabbiner wollte durch einen neuen Beitrag, eine neue Anhäufung desohnehin schon unübersehbaren rabbinischen Stoffes seinen Namen ver-ewigen, seine Seligkeit sichern und nebenher auch etwas damit ver-dienen. Spitzfindig-rabbiuische Commentare, abgeschmackte Predigtenund Erbauungsbücher, geifervolle Streitschriften, das waren die Ab-lagerungen des jüdischen Geistes oder der Geistlosigkeit dieser Zeit.Die Blume der Poesie hatte keinen Boden in diesem Sumpf. Nurzwei jüdische Dichter erzeugte diese Zeit und zwar echte Söhne derjüdischen Muse, zonenweit von einander getrennt, den einen auf derInsel Jamaika und den andern in Italien: Lopez Lag u na undLuzzatto, gleichsam als hätte der alte krönen- und laublose, halb-abgestorbene jüdische Stamm das in seinem Innern fortpulsirende Lebenund seine Berjüngungsfähigkeit auch in den allerungünstigsten Lagen damitbekunden wollen. Lopez Laguna, als Marrane in Frankreich geboren(um 1660 st. nach 1720), als Jüngling nach Spanien gekommen,lernte daselbst die schauerlichen Jnquisitionskerker kennen. In der Nachtdes Leidens brachten ihm wie so vielen Schmerzensgenossen die seelen-vollen Psalmen Licht und Hoffnung. Aus dem Kerker befreit und nachJamaika entkommen, schlug Laguna unter dem jüdischen NamenDaniel Israel die Harfe zu den heiligen Liedern, die sein Gemüth

Unter seinen vielen geschmacklosen Schriften und Dichtungen befindetsich auch eine Lästoria universal ckuäaioa, die aber nur 22 Quartseiten undnur einige zeitgenössische Vorfälle, Auszeichnung von Juden, enthält. Bessernoch ist seine Rslaalon äs los kostas g? ssoritos Dsxanolss äs la Kaoionckuäa^oa^.rustsloäarua. Ueber de Barrios' Todesjahr s. Katal., Amsterd. x. 200.(Vgl. Kayserling a. a. O. S. 16. 23.j

-) Vers, des romin -no. Im Eingänge beklagt er sich über die krasse Un-wissenheit der Juden in ihrer Geschichte, und er selbst hat nicht einmal das.Datum für Abfassung seines Buches gegeben. Auch schweigt er über Vorgängeseiner Zeit, über Sabbata'k Zewi und seine Nachfolger vollständig. (Ueberseinen Lebensgang vgl. jetzt die Einleitung des Veranstalters der neuen Aus-gabe Warschau, 1882,83, 8.j