Armseligkeit der Zeit.
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Zeit ein, als er im westlichen Europa größtentheils geschwunden war.Abergläubischen Bräuchen mit religiösem Anstrich war Thür und Thorgeöffnet. Für Krankheiten Amulete (Lawsa) zu schreiben und sie da-durch zu bannen, wurde von jedem Rabbiner verlangt, und sie gabensich dazu her; manche wollten als Geisterbeschwörer gelten. EinRabbiner Simson Baki in Casale (Italien) beklagte sich bei seinemLehrer, dem Kabbalisten Mose Zacut in Venedig, daß er füreine angeblich besessene Frau in Turin Beschwörungsformeln nachVorschrift angewendet habe, ohne daß sie angeschlagen hätten. Daraufgab ihm dieser wirksamere Mittel an, nebst Gebetformeln mit An-wendung von Gottesnamen, auch brennenden Schwefel an die Naseder Besessenen zu halten. Je empfindlicher sie dagegen wäre undsich dagegen sträubte, um so mehr könne er überzeugt sein, daß sievon einem bösen Geiste besessen wäre*). Allen Ernstes prahlte einstein unterrichteter Jude aus der Kabbalistenschule von Damascus vordem freien Kritiker Richard Simon: er sei im Stande, einen höhernGenius herbeizurufen und machte bereits Anstalten dazu. Als derungläubige Pater aber dessen Bewegungen mit einem satyrischen Lächelnfolgte, zog sich der Beschwörer mit der Bemerkung aus der Schlinge:der Boden Frankreichs sei für Geistererscheinungen nicht geeignet'^).
Das Judenthum in den Augen der Völker zu heben und achtungs-werth darzustellen, vermochten die Juden dieser Zeit nicht, wohl aberes zu entwürdigen und verächtlich zu machen. Denkende Christenstanden staunend vor diesem Wunderdenkmal der Geschichte, vor diesemVolke mit seiner Lehre und seinem wechselvollen glorreichen undtragischen Geschicke; die eigenen Söhne waren stumpf für die eigeneGröße oder suchten sie in albernen Märchen und blödsinnigen Handlungen.Christen durchforschten mit Emsigkeit und einem Gefühle von staunenderBewunderung die dreitausendjährige jüdische Geschichte, die Juden selbsthatten keinen Sinn dafür, auch nicht die gebildeten portugiesischenJuden. Manasse b. Israel hatte allerdings ein Buch für die jüdischeGeschichte angelegtst und hat wohl Basnage's Arbeit angeregt, aberer brachte sie nicht zu Stande. Aus dieser Zeit werden zwar dreiGeschichtsschreiber genannt: der Wanderrabbiner David Conforte(geb. 1619 st. nach 1671 st, ferner Miguel (Daniel) de Barrios,
st Mose Zacut !",v-:>-i rn-ax No. 2 ä. ä. 1672.
st Richard Simon, l^sbtrss slloisiss I1..No, 7 ä. ck. 1683.
st Listoris. äaäaioa. o oorwirmasion äs läavlo ckossto, im Verzeichnißseiner Schriften.
st S. darüber David Cassel, Einleitung zu Confortes bibliographischemBuche: x-op.