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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

selben (Illiärssoli kadba 1705) wurde daher auf des Königs Befehl unterSiegel gelegt, bis die christlichen Theologen sich darüber ausgesprochenhaben würden. Die ganze theologische Facultät von Frankfurtan der Oder gab ein günstiges Gutachten für das angeschuldigtehaggadische (homiletische) Buch ab (October 1706). Dagegen wollteein Kenner der hebräischen Literatur Lichtscheid darin aus Vorein-genommenheit, wenn auch nicht offene, doch verdeckte Lästerung finden.Der König gab jedoch, um nicht Gewissensrichter zu sein, den Verkaufdes mit Beschlag belegten Werkes frei (März 1707^). Die Judenfeindehörten aber nicht auf, das neupreußische Königthum gewissermaßenzu einem protestantischen Kirchenstaate und seinen ersten König zumPapste zu machen, welcher berufen sei, alles nach Ketzerei Riechendezu verdammen. Die kleine Gemeinde in Friedeberg (Neumark) hatteeine Talmndschule in kleinerm Maßstabe angelegt, in welcher Jüng-linge, wie überall, umsonst Unterricht und noch dazu Subsistenzmittelvon den Gemeindegliedern erhielten. Einer derselben Joseph Jakob,der schon früher getauft gewesen sein soll und sich in die Gemeindeeingeschlichen hatte, meldete sich zur Taufe und erhob bei der Regierungverräterisch die oft wiederholte Anklage, der in jenem Lehrhausegebrauchte Talmud enthalte die schmähendsten Lästerungen gegen dasChristenthum. Die Regierung von Küstrin ließ darauf sämmtlicheExemplare confisciren (December 1707). Auf die Beschwerde derJuden beim König, befahl dieser, ihnen die Bücher zurückzugeben undihm Bericht darüber zu erstatten. Die Regierung zeigte sich halbwidersetzlich und unterstützte des Täuflings gemeine Absichten, so daßder Proceß zu vielen Weitläufigkeiten führte; doch wurde er zuletztniedergeschlagen"). Die Zeit war eine andere geworden, der KönigFriedrich, obwohl sehr kirchlich gesinnt, durfte nicht mehr Fanatiker sein.

Die reife Frucht dieser Vorliebe christlicher Gelehrter für diejüdische Literatur und der hierdurch so sehr bereicherten literarischenArbeit War ein anziehendes Geschichtswerk über Juden und Judenthum,welches gewissermaßen die alte Zeit abschließt und eine neue ahnenläßt. Jakob Basnage (geb. 1653, gest. 1723), ein edler Charakter,ein guter protestantischer Theologe und gründlicher Geschichtskenner, einangenehmer Schriftsteller und überhaupt eine hochgeachtete Persönlichkeit,hat dem Judenthum einen unberechenbaren Dienst erwiesen. Er hatdie Ergebnisse mühsamer Forschungen der Gelehrten geläutert, volks-thümlich umgearbeitet und allen gebildeten Kreisen zugänglich gemacht.Bei seinen emsigen Geschichtsforschungen, namentlich über die Ent-

König, Annalen S. 176179. (Geiger a. a. O. S. 29.)

") Das. S. 181 219. (Geiger das.)