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Geschichte der Juden.
Frau soll bei diesem Fürsten Wohl gelitten gewesen sein, und sie er-hielt später die Freiheit, unangemeldet in des Königs Cabinet ein-zutreten *). Durch ihre Vermittelung erhielten die Juden in Königs-berg die Erlaubniß einen Begräbnißplatz anzulegen"); aber das Geldder Juden war in den Augen dieses Königs noch schätzbarer, alsseine jüdischen Lieblinge. Friedrich, der noch als Kurfürst die Judensämmtlich auszuweisen gedachte, duldete sie nur wegen des Schutzgeldes,das sie geben mußten — 100 Dukaten jährlich — aber sie warengroßen Beschränkungen unterworfen, daß sie unter Anderem keineHäuser und liegende Gründe besitzen durften. Doch gestattete ihnenFriedrich Synagogen zu halten, zunächst eine eigene dem HofjuwelierJost Liebmann und der aus Oesterreich eingewanderten Familie desDavid Rieß, und dann, weil es oft Streitigkeiten über Vorrechtegegeben hat, auch eine allgemeine Synagoge st.
Böswillige getaufte Juden Christian Kahtz und Franz Wenzelsuchten den kirchlichen Sinn des neuen Königs und der Bevölkerunggegen die Juden einzunehmen. „Lästerung gegen Jesus" lautete dielügenhafte Anklage; das Gebet Alenu und noch Anderes sollten zumBeweis dafür dienen, daß die Juden den Namen Jesus nur mitSchmähungen nannten und dabei ausspieen. Da die Zünfte ohnehinden Juden nicht wohlgesinnt waren, so benutzten sie diese Aufregungzu fanatischer Hetzerei, und es entstand eine solche Erbitterung in denStädten und Dörfern gegen sie, daß sie (wie sie sich vielleicht wissent-lich übertreibend ausdrückten), ihres Lebens nicht mehr sicher waren.Der König Friedrich schlug aber ein Verfahren ein, welches seinemmilden Herzen Ehre macht. Er erließ an sämmtliche Regierungs-präsidenten einen Befehl (Dec. 1702), daß sie die Rabbinen und inErmangelung derselben die jüdischen Schulmeister und Aeltesten aneinem bestimmten Tage zusammen berufen und sie eidlich befragensollten, ob sie ausdrücklich oder stillschweigend das lästerliche Wortvs-Rik gegen Jesus gebrauchten. Ueberall erklärten die Juden miteinem Eide, daß sie bei diesem Gebete und der in den Gebetbücherngelassenen Lücke nicht an Jesus dächten. Der Theologe JohannHeinrich Michaelis in Halle, welcher um ein Gutachten angegangenwurde, sprach sie ebenfalls von der angeschuldigten Lästerung frei.Zur Sicherstellung der Juden erließ Friedrich ein Edikt (Januar 1703),
st (König) Annalen S. 132. (Geiger das. I. 20, II, 42 ff.)
st Jolowitz, Geschichte der Juden in Königsberg S. 30.
st S. Mylius das. No. 10, 12, die Verordnungen vom 14. Januar und7. December 1700. (Geiger das. II, 43 f. 45 f. Kaufmann, letzte Ver-treibung S, 212 f. vgl. 217.)