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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Friedrich I. von Preußen.

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Aufläufe verhindern, wenn das Volk geradezu gegen Juden gehetztwurde? Aus persönlichem und gemeinnützigem Interesse bemühtesich daher Samuel Oppenheim, die 2000 Exemplare des Eisen-mengerschen Werkes nicht das Tageslicht erblicken zu lassen. Er ließsich's viel Geld kosten, um den Hof und die auf den Hof einwirkendenJesuiten für die Juden zu gewinnen. Er und die übrigen Indendurften mit Recht behaupten: daß die Veröffentlichung dieses indeutscher Sprache, wenn auch in geschmacklosem Style gehaltenen Bucheszu Mord und Todschlag wider die Juden reizen würde. So erschiendenn ein Edikt des Kaisers, welches die Verbreitung desselben verbot.Eisenmenger war dadurch doppelt geprellt, er konnte mit seinem Juden-hasse nicht durchdringen und hatte nicht nur sein ganzes Vermögen,das er für die Kosten des Druckes verwendet hatte, eingebüßt, sondernmußte auch noch Schulden machen. Sämmtliche Exemplare, bisauf wenige, die er zu entwenden gewußt hatte, lagen in Frankfurtunter Schloß und Riegel. Er trat daher mit Juden in eine Unter-handlung; für 30,000 Thaler wollte er sein Werk vernichten. Dadie Juden kaum die Hälfte dafür boten, so blieb die Confiscirungbestehen, und Eisenmenger starb vor Gram, daß er um all seine Hoff-nungen betrogen worden war^).

Damit hatte aber die Angelegenheit noch keinen Abschluß. Derneugekrönte König von Preußen Friedrich I. nahm sich nämlich desBuches sehr warm an. Die Aufmerksamkeit dieses Fürsten auf dieJuden wurde von verschiedenen Seiten rege gemacht. In seinenLändern wohnten bereits im Anfänge des achtzehnten Jahrhundertsüber 1000 Juden. Die Gemeinde Berlins war seit der ersten Auf-nahme in dreißig Jahren von 12 Familien auf einige siebzig gewachsen 2).Dieser für äußeres Gepränge eingenommene König liebte zwar dieJuden nicht besonders, aber er schätzte sie nach den Einnahmen vonihnen. Der Hofjuwelier Jost Liebmanu galt sehr viel an se'nemHofe, weil er Perlen und Geschmeide auf Credit lieferte; er erhieltdaher eine günstige Ausnahmestellung ^). Man erzählte sich, Liebmann's

der Juden in Deutschland" II, S. 151. Die Confiscirung des Eisenmenger-schen Buches war unmittelbar der Thätigkeit Samson Wertheimers zu verdanken.Doch war auch Samuel Oppenheimer an der Action betheiligt (Kaufmann das.S. 13 und S. 15 n. 1).)

Schudt das. S. 428, 431. fVgl. G. Wolf in der Monatsschrift XVIII,S. 431.)

2) Mplius, Oorpns Oonsiütmiüoiiurn Ng.ro1nc:g.rurn V. 5, 3, S. 135,(König) Annalen der Juden S. 127, 133 fg. sL. Geiger, Gesch. d. Judenin Berlin, II 1> ff.)

Mylius das. S. 139, 140. sL. Geiger a. a. O. II, 40 ff. Landshuth'von nnbm S. 2.)