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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Wülfer.

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Jahre später, als der nordische Held Karl XII. im Siegesfluge Poleneroberte und gleich seinem Vater wißbegierig war, Genaueres überdie Karäer zu erfahren, zog auch er Erkundigungen an Ort undStelle über sie ein. Auch diese Gelegenheit benutzte Mardocha'i b.Nissan, um eine Schrift für Karl XII. in hebräischer Sprache aus-zuarbeiten ^), worin er seinem Haß gegen die Rabbaniten die Zügelschießen ließ und ihre talmudische Literatur angelegentlichst lächer-lich machte.

Es konnte nicht fehlen, daß die Aufmerksamkeit, welche derchristliche Gelehrtenkreis der jüdischen Litteratur so eifrig zuwandte,den Juden manche Verdrießlichkeit und Ungelegenheit brachte. Sehrlästig wurden ihnen deutsch-protestantische Gelehrte, welche denHolländern und dem Franzosen Richard Simon nachstrebten und sichzwar eine recht schwerfällige Gelehrsamkeit aneigneten, aber weder diefreundlich milde Duldung gegen die Juden, noch die Styleleganz vonihren Vorbildern lernten. Fast zu gleicher Zeit verwertheten dreideutsche Hebraisten Wülfer, Wagenseil^) und Eisenmengerihre Kenntniß der hebräischen Litteratur, um Anklagen gegen dieJuden zu erheben. Alle drei verkehrten viel mit Juden,lernten von ihnen, vertieften sich in die jüdische Litteratur undbrachten es wirklich zu einer gewissen Meisterschaft. JohannesWülfer aus Nürnberg, für das geistliche Amt bestimmt, der beieinem Juden von Fürth und später in Italien neben der biblischenauch die talmudische Litteratur gründlich erlernt hatte, suchte nachhebräischen Handschriften und alten jüdischen Gebetbüchern, umeine Anklage gegen die Juden begründen zu können. An einem

fl n,ohr> v'w) s. Note 5.

fl Der berühmteste der jüdischen Gelehrten, bei denen Wagenseil sich Rathund Auskunft über jüdisches Leben und Wissen erbat, war Chanoch Levy,welcher mit den Exulanten aus Wien 1870 nach Fürth gekommen war (s. Wagen-seil Lots. und Kritik in illnubisss, x. 11b8, 1180, 1199, 1204, 1213, 1219, 1223).Conrad Fronmüller correspondirte mit ihm (s, Wolf I. p. 382, III. p. 264).Er wird als vir nämirauäns äoebriims sb siuAularis mocisgbias geschildert.Er Unterzeichnete mit Andern das Gesuch der Wiener Juden an Texeira, sich fürsie zu verwenden (bei Sasportas Lssxx. No. 77 Ende): -un. Chanoch

hatte fünf Söhne, von denen Elkan Frankel, Hofagent des Markgrafen vonAnsbach, und Hirsch Frankel, Rabbiner von Schwabach, die bekanntesten waren.Durch Neid und Denunciation von Seiten eines anderen jüdischen Hofagentenwurde Elkan in einen schweren Prozeß verwickelt und durch Feinde ungerecht zurewigen Haft verurtheilt (1713). S. darüber Haenle, Geschichte der Juden imAnsbachischen S. 73 fg, Schudt, jüdische Merkwürdigkeiten, II. S. 197 fg. sundjetzt namentlich Kaufmann, die letzte Vertreibung rc., S. 68, 88, 191, 196bis 200, wonach im Text bereits das Wichtigste berichtigt ist.)

Graetz, Geschichte der Juden. X.

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