Gcusius und Isaak Viva.
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Titel „der Bluträcher"Z. Zwei Punkte betonte er mit allemNachdruck: daß nicht ein einziger Fall von Kindermord durch Indenurkundlich über allen Zweifel festgestellt wurde, und daß die Heidenin den ersten Jahrhunderten des Christenthums die Christen desselbenVerbrechens beschuldigt haben.
Auch Isaak Cardoso in Verona, der nüchterne Bruder dessabbatianischen Schwindelkopfes, widerlegte in derselben Zeit die An-schuldigungen gegen Juden, aber er gab dem Thema eine anziehendeWendung. Die „Vorzüglichkeit der Hebräer^)" setzte er insHelle Licht, wodurch die ihnen zur Last gelegten Verbrechen und an-gebliche Verworfenheit in ihrem Nichts hell beleuchtet wurden. „DasVolk Israel, zugleich von Gott geliebt und von den Menschen verfogt,ist seit zweitausend Jahren, um seine und seiner Väter Sünden zubüßen unter die Nationen zerstreut, von Einigen gemißhandelt, vonAndern verwundet und von Allen verachtet, und es giebt kein Reich,das nicht gegen dasselbe das Schwert gezückt, sein Blut vergossenund sein Mark verzehrt hätte". Diesen Gegensatz setzte Isaak Cardososcharf auseinander. Israel sei tatsächlich das von Gott auserwählteVolk, zu seinem Dienste berufen, um sein Lob zu verkünden. Es seidarum eins und einig, wie sein Gott. Es sei lebendiger Zeuge derGotteseinheit und daher von den Völkern durch eigenartige Gesetzegetrennt. Drei Eigenschaften seien ihm zur eigenen Natur geworden:Mitgefühl mit Anderer Leiden, Wohlthätigkeitssinn undZüchtigkeit. Es befolge seine Religionsgesetze treu, als eine ihmvon Gott geschenkte, von seinen Vätern überlieferte Offenbarung, nicht
Viiräsx LanAuiräs contra, .iLoolninr dsrrsirrwr . . psr IsaacuMVivava, gedr. Amsterdam und beigedruckt bei Wülfer, Tlrsriacs, änäsäca.aä sxamsn rsvocata, Nürnberg 1681. Wolf vermuthete die Identität dieses
I. Viva, mit Isaak Chajim Cantarini (Libllotbscs, III. x. 565). Allein
wenn auch Cantarini lateinisch verstanden hat, so war er doch nicht so klassischgebildet, um lateinische Verse zu machen und das Buch mit klassischen Citatenzu schmücken. War doch sein hebr. Styl verworren (o. S. 258, Anm. 1), under soll gar zierlich und logisch Lateinisch geschrieben haben? Cantarini erwähnt auchnicht diese Schrift als seine eigene, in seinen Briefen an Unger. Dagegennennt der Vers, des Vinäsx Belgien sein Vaterland (x. 5 unten): rroir
sacratissiiunrn nostrrrrrr scslsrutorrwa rscsxtaculuva ....
constitnnnt, (6-susii vsrdo.)? Zudem nennt Eisenmenger, welcher geradewährend des Druckes dieser Schrift in Amsterdam war, ausdrücklich als Vers,derselben: der Amsterdamer Jude Isaak Viva (Entdecktes Judenthum
II. S. 222). Möglich, daß Viva gar pseudonym ist, und der Vers, einer derjüdischen klassischen Philologen, etwa Isaak de Pinedo, war. sVgl. auch deRossi, Wörterbuch, deutsch von Hamberger, S. 33l.s
") Ims cxcslsncis-s äs los Usbrsos, vollendet März 1678, gedrucktAmsterdam 1676. S. über ihn Note 4.