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Geschichte der Juden.
Gottesbegriff versöhnen. Ans einer diplomatischen Reise von Hannovernach Wien hielt er sich einige Zeit bei Knorr von Rosenroth ans(Anfang 1688), um sich von ihm in die Kabbala einweihen zu lassen.Welche Weisheit lernte er von ihm? Nichts anderes als die ver-worrene und verwirrende Emanationstheorie, die den Messias nebenoder gar über Gott stellt. Es ist drollig zu sehen, wie Lcibniz mitden hohlen Formeln von den abgestuften Welten spielte, und wie auchihm der Pomp nichtssagender Wörter der Kabbala, das Klappern aneinander geworfener tauber Nüsse, imponirte*).
War das nicht ein eigenartiges Zusammentreffen, daß gebildete Kreisedamals in Jakobs Zelten die höchste Weisheit suchten, sogar die Miß-geburten aus dessen Schooße mit respektvoller Scheu behandelten und ihndoch noch immer der entsetzlichen Verbrechen schuldig hielten? Was infrüherer Zeit Unwissende gegen die Juden vorgebracht und Schlauespäter mit geflissentlichem Betrüge in Scene gesetzt haben: daß sieChristenkinder mordeten und deren Blut tränken oder als Heilmittelfür eigenartige, angeborne Krankheiten gebrauchten, was tausendfachvon gewichtigen Stimmen als Erfindung erklärt worden war, wieder-holten noch in diesem Jahrhundert Christen aus dem gebildetenStande. Ein friesischer Protestant, Geistlicher und Arzt, JakobGensius, schleuderte zwei Anklageschriften gegen die Juden in dieWelt. „Anan und Kaiphas aus der Unterwelt entflohen"und „Menschenopfer", worin er, recht gelehrt, sämmtliche Lügen-märchen zusammenstellte, die je gegen Juden aufgetaucht sind, vonApion und Tacitus an bis auf den Franciskaner Bernardvon Feltre, welcher das Kind Simon von Trient als Märtyrerjüdischer Ruchlosigkeit ausposaunte. Aber in diesem Jahrhundertbrauchten die Juden nicht mehr als Dulder zu schweigen, sonderndurften das Lügengewebe zerfasern. Ein holländischer Jude, rede-gewandt und ebenfalls gelehrt, verfaßte unter dem Namen IsaakViva eine geschickte Gegenschrift gegen diese Schmähschrift mit dem
Uousllsr äs Osrsll: Imibni?, 1s. Ulliloso^llis julvs st 1s. Oabsls,Beilage x. 40. Beispielsweise sei angeführt x. 56: Unsi 1s rncmäs ^.21-lutigus sst äu Llsssis, 1s Usratigus äss soass, 1s ässUrstigusäss anx;ss non eonsornrnvs, st l^ssiatlgus äss Iiorarass rsvstus ässsorxs visiblss. Es sollen die kabbalistischen Schlagwörter sein: 22,7n'wpni .-ii'L'n ,7ni>'2U7,. Leibniz hat sich auch mit Maimuni's
Hlors Usbusbirn eingehend beschäftigt, wie äs Osrsil aus dessen handschrift-lichem Nachlasse das. nachgemiesen hat. Er hatte einen jüdischen Jünger NamensRaphael Lewy, der ganz allein seine Leiche zur letzten Ruhe begleitete,1718, da Leibniz in Hannover in Ungnade gefallen und vernachlässigt war.Vergl. ^.rslllvss Israel., Jahrg. 1857, x. 500.