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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
Entstehung
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Aeuntes Kapitel.

Schatten und Licht.

(Fortsetzung)

Vorliebe gebildeter Christen für die jüdische Literatur. Richard Simon, Knorrvon Rosenroth, Heinrich Morus, die christlichen Kabbalisten; Leibniz.Karl XI. und XII. und die Karäer. Peringer, der Karäer Samuel b.Aaron. Trigland und der Karäer Mardochar b. Nissan. Wülfer, Wagen-seil und Eisenmenger. Neue Ansiedlungen der Juden in Wien; SamuelOppenheim. Das Eisenmengersche Giftbuch, entdecktes Judenthum, undFriedrich I. von Preußen. Das Alenu-Gebet unter polizeilicher Aufsicht.Surenhuys, Basnage, Unger, Wolf und Toland.

(1685 1711 ).

Ebenso und fast noch mehr als die geahnte einstige GrößeIsraels zog das reiche jüdische Schriftthum gelehrte Christen an undflößte ihnen eine Art Sympathie für das Volk ein, ans dessenFundgrube solche Schätze heroorgegangen sind. Mehr noch als imAnfang des siebzehnten Jahrhunderts wurde in der Mitte und zuEnde desselben von Christen die hebräische Sprache erlernt, diehebräisch-rabbinische Literatur eifrig durchforscht, in die lateinischeoder in moderne Sprachen übersetzt, ausgezogen, benutzt und an-gewendet. Diejüdische Gelehrsamkeit" war nicht wie früher einbloßer Schmuck, sondern ein unerläßliches Element der literarischenGelehrsamkeit geworden. Es galt als eine Schande für katholischeund Protestantische Theologen, imRabbinischen" unwissend zu sein,und die Unwissenden wußten sich nicht anders zu helfen, als daß siedie Hebraisten alsHalbrabbinen" verlästerten^. Ein gutmüthiger,aber schwachköpfiger christlicher Schriftsteller dieser Zeit (Joh. GeorgWächter) stieß wegen dieser Erscheinung bittere Seufzer aus.Wennnur diejenigen, die sich Christen nennen, einmal aufhören wollten,zum höchsten Schaden und Verderbniß ihrer Religion für das Judenthum

Nergl. Spannheim I-sttrss L nn arai, in Richard Simons Histoirsvritigns än visiax tsstarasirb, sck kobbsräara, I., x. 614.