Mose Germanus.
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er sich selbst aussprach, hatten gerade die lügenhaften Anschuldi-gungen gegen die Juden ihm Ekel am Christenthum eingeflößt:„Noch heut zu Tage geschieht viel dergleichen in Polen und Deutsch-land, da man alle Umstände hervorzählt, auch Lieder auf den Gassendavon singt, wie die Juden abermals ein Kind gemordet und dasBlut in Federkielen einander zugesendet, für ihre gebärenden Frauenzu gebrauchen. Diesen mordteuflischen Betrug habe ich bei Zeitenerkannt und das sogeartete Christenthum verlassen, um keinen Theildaran zu haben, noch befunden zu werden bei denen, die das BlutIsraels, des ersten und eingebornen Sohnes Gottes, mit Füßen tretenund wie Wasser vergießen." Mose Germanus wurde ein umgekehrterPaulus. Dieser wurde als Christ ein eifervoller Verächter desJudenthums und jener als Jude ein ebenso fanatischer Gegner desChristenthums. Er betrachtete den Ursprung desselben als einengroßartigen Betrug. Man darf heute noch nicht Alles niederschreiben,was Mose Germanus über die Jesuslehre ausgesprochen hat. Erwar übrigens nicht der einzige Christ, der in dieser Zeit „aus Liebezum Judenthum" sich der nicht ungefährlichen Operation und der nochempfindlicheren Schmähung und Verlästerung aussetzte. In einemJahre traten drei Christen, allerdings in dem freien Amsterdam, zumJudenthum über, darunter ein Studirender ans Prag*).
fl Im Jahre 1681; vergl. Eisenmenger, entdecktes Judenthum II S. 996.