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Geschichte der Juden.
sie als Fürsprecher auf, drangen auf ihre milde Behandlung undredeten in Wort und Schrift den Christen zu Herzen, dieses lebendigeWunder doch nicht zu zerstören oder zu entstellen. Manche gingenin ihrer Begeisterung für die Juden sehr weit. Der hugenottischePrediger Pierre Jürieu in Rotterdam schrieb ein Buch (1685)-. über „die Erfüllung der Propheten," worin er die zu-künftige Größe der Juden als sicher auseinandersetzte und behauptete, daßGott sich diese Nation aufbewahrt habe, um noch große Wunder an ihrzu thun. Der wahre Antichrist sei die grausige Verfolgung der Juden Z.Eine übereifrige Thätigkeit für die Rückkehr des jüdischen Volkes insein einstiges Vaterland entwickelte der Däne Öliger (Holge r)Pauli (geb. 1644 st. nach 1702). Er hatte schon in der JugendVisionen von der einstigen Größe Israels, wobei er eine Rollespielen würde. Öliger Pauli war so sehr für den jüdischen Stammeingenommen, daß er, obwohl von christlichen patrizischen Urahnenabstammend, sich durchaus als von jüdischem Geblüte erzeugt ausgab.Er hatte als Kaufmann Millionen angehänft und sie für seine Grille,die Rückkehr der Juden nach Palästina zu befördern, verschwendet.Öliger Pauli richtete mystische Sendschreiben an König Wilhelm III.von England und an den Dauphin von Frankreich, um siegeneigt zu machen, die Versammlung und Zurückführung der Judenin ihre Hand zu nehmen. Dem Dauphin sagte der dänische Schwärmergerade heraus: durch den Eifer für die Juden könnte Frankreichsein blutiges Gemetzel der Bartholomäusnacht und der Dragonadensühnen 2). Noch weiter ging in seinem Enthusiasmus für Juden undJudenthum der von katholischen Eltern in Wien geborene JohannesPetrus Spaeth (aus Augsburg). Nachdem er zuerst Lutheranergeworden, dann (1683) zur katholischen Kirche zurückgekebrt war undeine Schrift zur Verherrlichung des Katholicismus geschrieben hatte,trat er, wie einige zu berichten wissen, zu den Socinianern und Meno-niten über, wurde aber zuletzt Jude in Amsterdam und nahmden Namen Mose Germanus an (gest. 27. April 1701 b). Wie
*) Liollarä Lirnon, I-ettrsZ olloisios I. Uo. 37.
2 ) Eine ausführliche Schrift darüber in iLsmbbson s-nubs-xtistiLurn;Öliger Pauli's Sendschreiben sind datirt vom Jahre 1697. (Vgl. Monatsschrift,39. Jhrg-, S. 279.)
3) Jöcher, Gelehrtenlexicon s. v. Wächter, der Spinozismus im Judenthum,an Mose Germanus. Wolf I. x. 811, III. x. 740. Die Verleumdung, alshätten die Juden ihn zuletzt wegen Ketzerei vergiftet, widerlegt der gut unter-richtete Surenhuys in einem Brief an Unger, Wolf III. p. 741. (Vgl. diegründliche und erschöpfende Darstellung von N. Samter in der Monatsschrift,Jhrg. 39, S. 178. 221. 271 ff.)