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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Die Eroberung von Ofen.

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aufzunehmen. Erst nachdem die Türken Niederlage auf Niederlageerlitten hatten, wurve die starke Donanfestung Ofen erstürmt, undfämmtliche Türken in der Stadt von den christlichen Soldaten er-schlagen (Sept. 1686). Die Juden hatten die Stadt auf der Wasser-seite tapfer vertheidigt, noch tapferer als die Türken ^). Dafür wurdeauch die ganze Gemeinde gefangen erklärt und die Mitglieder ver-loost. Ein Theil fiel den österreichischen und der andere den branden-burgischen Hanptleuten zu. Die deutschen Gemeinden hatten wiederGelegenheit, die Pflicht der Auslösung zu üben. Jakob, derFlüchtling aus Wilna im polnischen Kosakenkriege, der eifrige Gläubigean Sabbatal Zewi (o. S. 73, 216), wurde mit den Seinigen vonden brandenburgischen Hilfstruppen nach Berlin geführt und dortvon den mitleidigen Stammgenossen ausgelöst ").

Die grausige Behandlung der Juden, Ausweisungen, lügenhafteAnschuldigungen und Gemetzel hörten also in dieser Zeit noch nichtauf, aber ihre Zahl und Ausdehnung verminderte sich doch. DieseErscheinung war allerdings eine Folge der zunehmenden Gesittungin den europäischen Hauptstädten, aber auch eine Art Vorliebe fürJuden und ihre Glanzliteratur hatte Antheil an der milden Behandlung.Gebildete Christen, Katholiken wie Protestanten, und nüchterne vonSchwärmerei nicht befangene Männer, die den Ton angaben, fingenan über den Fortbestand dieses Volkes zu erstaunen. Wie, diesesVolk, das seit einem Jahrtausend und darüber so blutig verfolgt undzertreten, das wie giftiges oder räudiges Gethier behandelt wurde, daskein Vaterland, keinen Beschützer hat, an das alle Welt Hand anlegtdieses Volk existirt noch? Es existirt nicht bloß, sondern bildet »ochimmer eine eigene Körperschaft, unvermischt mit andern Völkern, auchin seiner Niedrigkeit noch zu stolz, sich mit den weitgebietendenNationen zu vermischen^)? Immer mehr Schriftsteller traten für

fl (Hosmaun) neueröffnete Ottomanische Pforte II. p. 3. sVgl. Brann,a. a. O., Kaufmann, die Erstürmung Ofens und ihre Vorgeschichte, Trier,I8S5, 8.)

2) Juda b. Ephraim Kohen, Vorwort zu Nsspp,. inieu ipw; Jakob Emden,Biographie seines Vaters Chacham Zewi Aschkanasi, worüber Note 6.

b) LasnaZs, llistoirs äss ärrils N. I. päair: Osxsnäant pur rin. rni-rasls äs 1s. xroviäsnss, gni äoit sarrssr Istonnsrnsnt äs torrs Iss Odrstisns,vstts ns-tron bküs, psrssentss sn tons lisux äspnis nn Aranä nornbrs ässisolss, snbsists sneors sn tons lisnx. Wagenseil, Hoffnung der ErlösungIsraels, v. 2:Das große Wunder für unser Auge, daß Gott gleichwohl diejüdische Volksversammlung nun so viele Hunderte Jahre nach Zerstörung ihrerPolizei (Staats) in so manchen Drangsalen, Verfolgungen und Vertreibungenvon einem Lande in das andere, und auch erbärmlichen Massakrirungen bisgegenwärtige Stunde beständig erhalten."

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