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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

Webern und deren Gesellen unterstützt, machte einen Angriff auf dasGhetto der Paduaner Gemeinde, mit der Miene, sie von Klein bisGroß zu vertilgen. Anfangs schritten die Stadtbeamtcn ein und triebendie Rotte auseinander. Aber sobald ein unzüchtiges Frauenzimmerihr Klagegeschrei mit wilden Geberden erhobihr Kind sei ihr imGhetto abhanden gekommen, es sei von den Juden bereits geschlachtet", wie es scheint, laut Verabredung da war kein Halt mehr.Auch anständige Bürger schlossen sich der aufrührerischen Bande anund gemeinsam machten sie Angriffe auf die Pforten des Ghetto,zerstörten, legten Feuer an, griffen zu den Waffen, und die Miliz warnicht im Stande oder nicht gewillt, dem Tumult Einhalt zu thun(10. Ab 2. August 1684). Bei Anbruch der Nacht schwebte be-reits das Leben der Paduaner Juden in der größten Gefahr, als esdoch dem Stadthauptmann Tipoli gelang, die Aufwiegler nach undnach vom Judenviertel zu verdrängen. Später kamen auch vomDogen in Venedig dringende Schreiben an die Paduaner Behörde,sich der Juden thatkräftig anzunehmen. So war für den Augenblickdie Gefahr abgewendet, aber ein Groll blieb in der Bevölkerung gegensie zurück. Mehrere Tage mußten Bewaffnete das Ghetto vor neuenAngriffen bewachen und lange wagten die Juden nicht, sich in denchristlichen Theilen der Stadt blicken zu lassen. Auch die Juden inder Umgegend litten unter dieser künstlich erzeugten Aufregung')-Ofen fiel damals nicht in die Hände des österreichischen Heeres,dieses mußte vielmehr die Belagerung aufheben, um sie zwei Jahrespäter, verstärkt durch deutsche und brandenburgische Truppen wieder

') Hauptquelle für die Judenrazzia in Padua und Umgegend ist das rheto-rische Werk ,?N 2 > ino von Isaak Chajim (Vita) Cantarini, anagrammatischaH' d. h. ll'vnnv pio pnm (Amst. 1685). Es ist ein wirres Buch, indem man vor lauter Schönrednerei den Kern der Erzählung kaum fassen kann.Da es nicht sehr häufig ist, so ziehe ich einige Notizen daraus aus: Das Ghettoin Padua wurde 1603 errichtet (p>. 10 ä): mi ou bi mp.n '.i r-ivo >.inno'sb m.n llL'v, uip'i . . ins apro . . i'pi popb mu.i'.i. lieber

den Wohlstand der Paduaner Gemeinde (p>. 35 d): mubw 2 m-qm . .bin VP 201 bi bp >Mib Miv i>iiw iiru, .i->'in.i ub pwm '5>i iro .

lieber die Mitleidenschaft der Juden in der Umgegend von Padua (p>. 39 b):qiia mobii.m . . . miroo mpi.i ow iop an'bp or nmis-, mmoo moLi'.i mnon mumm

uobi rm 2 b :bm sb: um nmro wim. Besser als das Ganze ist der Schluß desBuches, eine Recapitulation in Psalmenart: uvm i> 2 > .imis°> >!:b mvr: bp nrvrbi-iinb. fBgl. Lattes in der ZeitschriftMose", 1879, S. 87 ff.; Brann,Monatsschrift, 30. Jhrg., S. 54l s.) De Barrios hat auf die Aufstände gegendie Juden Italiens ein Gedicht versificirt: Ll vulZo äs alZruias oiuäaässäs Italia ss avautino eontra los Usbrsos sn sl tlsvapo gus los lluäios... äs Lriäa 1a. ästlsnäsrr oontra los Nrrroos . . 1684.