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Geschichte der Juden.
wurden wieder in Lissabon drei jüdische Märtyrer verbrannt, zweiNamens Gaspar Lopez Pereyra (der eine Aaron Coen Fayaund der andere einfach Abraham zubencmut) und dazu ein Mann derWissenschaft Isaak Henriquez de Fonseca^). Die Folge davonwar der immer mehr zunehmende Zerfall des kleinen Staates. Etwaein halbes Jahrhundert später sprach sich ein portugiesischer Staats-mann gegen den Thronfolger freimüthig aus: „Wenn Eure Hoheit
zum Thron gelangt, werden Sie viele schöne Flecken und Dörfer fastunbewohnt finden, die Städte Lamego und Guarda, und die StadtBragantza. Wenn Sie fragen, wie diese Plätze in Trümmer gefallenund Ihre Manufacturen zerstört worden sind, so möchten Wenige eswagen, Ihnen die Wahrheit zu sagen, daß die Inquisition, weil sieviele wegen des Verbrechens des Judaisirens eingekerkert und Andreaus Furcht vor Confiscation und Gefängniß zu flüchten genöthigthat, diese Städte und Flecken verwüstet und die Manufacturen desLandes zerstört hat"^).
Außerhalb Spaniens und Portugals hatte die christliche Kauf-mannschaft die Rolle der Dominikaner gegen die Juden übernommen.Um die lästige Concurrenz der Juden los zu werden, benutzten odererfanden Kaufleute Gerüchte von Christenkinderkauf oder Mord vonSeiten der Juden, um deren Vernichtung oder wenigstens'Ausweisungdurchzusetzen. Es scheint nicht Zufall, sondern Symptom einer krank-haften Erregung gewesen zu sein, daß fast zu gleicher Zeit diese An-schuldigung in Metz (o. S. 245), Berlin und Padua erhoben undausgebeutet wurde. Es war ein eigner Wahn, daß in Handelsstädten,wo Juden nicht geduldet wurden, wie in Leipzig und Wien, der-Handel blühte, dagegen wo sie weilen durften, wie in Prag, Verfalleingetreten sei. In Berlin und im Brandenburgischen überhauptstachen die wenigen dort erst kurz vorher angesiedelten Juden.denchristlichen Kaufleuten in die Augen; aber der stramme KurfürstFriedrich Wilhelm ließ ein solches Gerücht auf der Stelle untersuchenund unterdrücken^).
Eine ernstere Gefahr brachte der Brodneid christlicher Kaufleuteüber die Gemeinde von Padua, welche sich in ihrem Ghetto be-haglich fühlte und fast keinen Armen in ihrer Mitte hatte. Die
Z Vs varrios, a. a. O. x. 46 (bis).
") Holliäazq tbs xrsssub stabs cck vortuZai, citirt bei Schäfer, Geschichtevon Portugal V, S. 454 fg.
b) Vergl. über eine solche Anklage in Berlin 1682, (König), Annalen S. 102,und die langweilige und giftige Beschwerde der Kaufmannschaft von Frankfurta. a. O. das. S. 166—117.