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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Opfer der Inquisition in Portugal.

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urtheilt, welche sich offen zum Judenthum bekannt hatten. Darunterwar eine sechzigjährige Wittwe mit zwei Töchtern und einem 66 jährigenSchwiegersohn, welche acht Jahre im Kerker zugebracht hatten. Nochzwei andere Frauen, von denen die eine erst dreißig Jahr alt war,die meisten Männer kräftigen Alters zwischen 27 und 38 Jahren,einfache Leute, Tabakspinner, Goldarbeiter, Handelsleute, sie alle starbenmit Standhaftigkeit den Flammentod. Einige stürzten sich in dieGluth.Ich hatte nicht den Muth, dieser entsetzlichen Hinrichtungder Juden beizuwohnen. Es war ein erschreckliches Schauspiel, wieman mir sagte. Man konnte aber nur durch eine Bescheinigung desArztes von der Anwesenheit dispensirt werden. Was für Grausamkeitman beim Tode dieser Elenden gesehen hat, kann ich Ihnen nicht be-schreiben." So berichtet die Marquise de Villars an ihren Gemahl.Eine andere französische Dame berichtete darüber.Ich ging nichtzur Executiou, ich war schon von Schmerzen ergriffen, als ich dieVerurteilten am Tage sah . . . Man muß aber nicht glauben, daßein so strenges Beispiel im Stande wäre, die Juden zu bekehren.Sie werden nicht im Geringsten davon gerührt, und es giebt selbst inMadrid eine beträchtliche Anzahl, welche als solche bekannt sind, unddie man in ihren Stellungen als Finanzbeamte läßt." Die übrigen54 Marranen wurden theils zu den Galeeren, theils zu mehrjährigemund manche zu ewigem Kerker verurtheilt.

Dieses große Auto da Fs in Madrid muß in Rom einen nieder-schlagenden Eindruck gemacht haben. Denn der Papst Jnnocenz XI.gab gleich darauf dem Widerstand der Inquisition in Portugal nach-und begnügte sich mit einem Schein von Gehorsam. Der für dieMarranen so eifrig thätige, schlaue Vieira war indeß gestorben (1680),und dadurch scheint auch der Eifer der Jesuiten erkaltet zu sein. Maustellte dem Papste vor, wie sehr viel Aergeruiß es den Portugiesengäbe, daß man an der Gerechtigkeit des heiligen Officium zweifle, unddaß man dadurch nur das ketzerische Judaisiren begünstige. Terportugiesische Großinquisitor Verrissima schickte zum Schein zweiProceßakteu nach Rom; er hatte dazu die am wenigsten verdächtigenausgesucht, und die Sache war abgemacht. Er und seine Untergebenenwurden in Folge dessen vom Interdikt befreit und in ihr Amtwieder eingesetzt (28. August 1681). Der Papst stellte zwar neueBestimmungen für die Behandlung der Marranen und eine bessereund gerechtere Proceßordnung auf: aber das war Alles nur Schein,die alte Uumcnschlichkeit während der Haft und nach Vcrurtheilungwar geblieben i). In der That kaum ein Jahr später (10. Mai 1682)

st Uu1Is.riiein UoiriLiiurQ, saustet. leeres ssutis XI. Xo. 106, ze. 230 sg.Deepen, rresereoerss lli.storlqei.s8, das. p. 234 sg.