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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Die Inquisition in Portugal.

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Einen Augenblick schien es, als wenn in dieser Zeit die un-glücklichsten der unglücklichen Juden, die Marranen, in Portugalwenigstens, aus ihrer grausigen Lage befreit Werden sollten, und diefluchwürdige Inquisition, die ewige Schmach für das Christenthum,einen Stoß bekommen würde. Mehr als ein Jahrhundert warvorübergerauscht, drei oder vier Geschlechter, seit dem das Bluttribunalin Portugal, ohne formell-gesetzliche Bestätigung von Rom, eingeführtworden war. Volk, Adel und auch fürstliche Häuser waren mitmarranischem Blute vermischt, Mönchs- und Nonnenklöster waren vollvon Marranen und Halbmarranen^). Nichts destoweniger waren dieNeuchristen noch immer Gegenstand des Argwohns, der Auflauerung,des Hasses und der Verfolgung. Erklärlich war die Antipathie, weildie altchristliche Bevölkerung instinktiv fühlte, daß die Marranen mitihrem christlichen Bekenntnisse nie und nimmer Ernst machten, sondernes nur als Joch ertrugen, bis sie Gelegenheit fanden, es abzuwerfcnund offen zu verwünschen. Diese Antipathie wurde von der Inquisitioneifrig genährt, weil die Verurtheilung der vermögenden Neuchristenzum Feuertode oder zu den Galeeren vermöge der Güterconfiscationihr reiche Beute brachte. Der König Joäo IV. aus dem HauseBraganza, welcher Portugal von Spanien wieder losriß, hätte gernedie Jnquisitionstribunale aufgehoben, weil von den confiscirten Güternwenig in die königliche Kasse floß. Er erließ wenigstens ein Dekret,daß die Enterbung der Nachkommen verurtheilter Marranen nichtmehr stattfinden sollte. Indessen wußten sich die Inquisitoren undihr Anhang ein Breve vom Papste zu verschaffen, welches die Fort-dauer der Confiscation verordnet. Der König mußte nachgeben,befahl aber, da die Gelder von Rechtswegen ihm zukämen, sie denErben wieder zuznstellen. Deßwegen waren ihm die Inquisitoren sosehr gram, daß sie es durchsetzten, seine Leiche vor der Bestattungzu absolviren, als wenn er ein unbußfertiger Sünder gewesen wäre.Unter dem Regenten Dom Pedro verfuhr das Tribunal nur nochstrenger gegen die Marranen, um den Verlust zu decken. Der Zufallbot ihm eine günstige Gelegenheit. Aus eiuer Kirche in Lissabonwurde unter andern Kirchengefäßen ein Ciborium gestohlen und diedarin enthaltenen geweihten Hostien verächtlich weggeworfen (1672).Wer anders kann diese fürchterliche Entweihung begangen haben alsdie Neuchristen! Die weltlichen Gerichte hielten in dieser Voraus-eine Schrift: cka xrooss ls.il sux falls äs >Islz. S. OrsZoirs,

üsssis sar lg, rössasrslioa äss falls all III, r>. 207. ^.rodivss isrsslitss1842, x. 675.

*) Orobio de Castro, s. o. S. 157, Anmerk. 2.