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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

Nichts desto weniger setzten diese Versucher, zwei Kanoniker, ihreBemühung so lange fort, bis sie ihn zum Uebertritt verlockt hatten.Die Nachricht von seiner Taufe hatte seiner Mutter Antoinettedas Herz gebrochen. Ein rührender Brief von ihr an ihren Sohnin französischer Sprache ist noch vorhanden, worin sie ihm zu Herzenredet, zum Judenthum zurückzukehren. Du Vallis that es nicht,zeigte sich vielmehr auch als schlechten Menschen und als Verräthcr.Er legte gegen den armen Angeklagten falsches Zeugniß ab. Daraufhin wurde Raphael Levi auf die Folter gespannt, und obwohl erseine Unschuld im Ton überzeugender Wahrheit behauptete, wurde ervon dem Metzer Parlamente verurtheilt und unter Qualen getödtet(Januar 1670). Er starb standhaft. Das Parlament gedachte dieVerfolgung fortzusetzen, zunächst gegen zwei andere Juden und dannimmer weiter. Die Judenfeinde ließen noch dazu eine Schrift darüberdrucken und die Anschuldigung gegen die Inden verbreiten, um die rechteWirkung zu erzielen. Aber die Metzer Gemeinde fand einen Annehmeran einem eifrigen Glaubensgenossen Jona Salvador aus Pignerol ^).

Er war ein vermögender und unternehmender Mann, der inPignerol (einer Stadt im Piemontesischen, die ehemals zu Frank-reich gehört hatte) ein großes Tabaksgeschäft angelegt hatte unddamals gerade nach Paris gekommen war, um seine Verbindungenmit einigen einflußreichen Personen bei Hofe zu benutzen, um nochandere Monopole zu erlangen. Dieser Verbindungen bediente ersich auch, um für die Rettung seiner leidenden Stammesgenossen inMetz zu wirken. Jona Salvador war talmndkundig und ein An-hänger Sabbatal Zewi's. Ihn suchte der lernbegierige PaterRichard Simon auf, um sich unter seiner Leitung im Hebräischenzu vervollkommnen. Es gab damals sonst keinen Juden in Paris,von dem er hätte lernen können. Diesen Pater cks t'oratoii-e wußteJoua Salvador für die Metzer Gemeinde zu interessiren und ihn zubewegen, eine Schutzschrift für die Unschuld der Juden am Christen-kindermord auszuarbeiten. Die Schrift händigte der Tabakshündlervon Pignerol Personen bei Hofe ein, welche ein gewichtiges Wortsprechen durften. Sie gab den Ausschlag. Der königliche hohe Rathließ sich nunmehr die Proceßakten vom Metzer Parlament zuschickenund fällte das Urtheil (Ende 1671): daß an dem armen RaphaelLevi ein Justizmord begangen worden war. Ludwig XIV. verordntein Folge dessen, daß fortan Peinliche Anklagen gegen Juden stets demhohen Rath des Königs vorgclegt werden sollten^).

st lieber denselben s. Richard Simon, Ustbrss elioisiss II. Xo. 8, III, Xo. 2.

") lieber diese Anklage: Richard Simon das. II. Xo. 8; Lsvris OrisntslsII. x. 233 fg. Eisenmenger, entdecktes Judcnthnm II. S. 221. Er erwähnt