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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

setzung Haussuchung bei marranischen Familien, sperrten Viele ein,und das Volk war so wüthend gegen sie, daß sich fast kein Neuchristöffentlich zeigen konnte, um nicht Mißhandlungen ausgesetzt zu sein*).

Diese Strenge der Inquisition und die dadurch herbeigeführteFanatisirung des Volkes sollte gewissen Jntriguen entgegenwirkeu,welche am Hofe und in Rom von einflußreichen Personen eingefädeltwurden, um die Macht des Bluttribunals zu brechen oder sie in dieHände der Jesuiten zu spielen. Diese Jntriguen gingen von demJesuitenpater Antonio Vieira aus, dem Schlauesten unter diesenSchlauen, welcher auffallender Weise eine ganz besondere Zuneigungzu den Juden und Marranen hatte, bei seinem Aufenthalt in Amsterdamdie jüdischen Predigten besuchte und mit den Rabbinen verkehrte. DieJuden hielten ihn für einen Marranen. Vieira wurde vom KönigJoäo IV. zu diplomatischen Geschäften und Reisen verwendet, undunter Dom Pedro stieg sein Einfluß noch höher, weil er dessen Er-zieher und Beichtvater gewesen war^). Dieser Jesuit wurde einstvon dem Jnquisitionstribunal zur Haft in einem strengen Profeßhausegebracht und zum Verluste seines Stimmrechtes und seiner Berechtigungzu Predigen verurtheilt. Der Grund ist nicht bekannt. Hatte er sichvielleicht den Marranen günstig gezeigt? Vieira schmiedete daherRachepläne gegen das sogenannte heilige Officium, und seine Ordens-genossen standen ihm zur Seite. Er mußte nach sechsmonatlicher Haftfreigelassen werden; aber das genügte ihm nicht. Er eilte nach Rom,um die Demüthignng der Inquisition dnrchznsetzen, was seiner Schlau-heit nicht allzuschwer war. Alle Hebel setzte er, der eine gewichtigeStimme im Jesuitenorden hatte, dazu in Bewegung. Eines Tageserschien der Jesuiten-Provinzial von Malabar Balthasar da Costa

H Diese Einzelheiten, die auch Schäfer unbekannt gewesen zu sein scheinen,sind entnommen einer anonymen Schrift: Närnoirss lnstoriquss xonr ssrvlrä l'Instoirs äss ingnisitions, Köln 1716 (eigentlich Paris, Vers, war Dupin),D. II., x. 5 sg. Die Quelle ist daselbst angegeben: tirs än vo^ags äs Llr.vsllon. Der französische Arzt dieses Namens schmachtete 1673 1677 imJnquisitionskerker zu Goa, wurde dann nach Portugal auf die Galeeren geschicktund auf eigenthümliche Weise befreit. Der Londoner Rabbiner David Nietohat in: lüotisias rssonäitas z? postbninas äst xroesäiinisnto äs las In-gnisieionss äs Dsxana z? 8ortuAS,1, 2 Theile, Dellons Schrift benutzt.

") Vergl, über ihn Schäfer, Geschichte von Portugal V., S. 7, 8, Note 1,S. 18. lieber sein Verhältnis; zu den Juden Wolf Libliotllssa III, x. 709.Harradat ills (änäasns Qnsitanns antori): Vatrsin Visirana, oonoiona-torsrn gnonäarn intsr I?ontitloio8 Oll^sixonsnssln (gnsrn änäasi aniinoänäasurn tnisss torts non xrastsr rsin sontsnännt), ^rnstsloäarni ali-gnanäo Llsnasssn (8. Israel) nostrnin st ^.boabuin . . . s-nälvisss sto.s. o. S. 10, Amuerk. 2.