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Geschichte der Juden.
sich zweier jüdischen Jünglinge, welche von Wissensdurst getriebenwaren, eifrig annahm und sie unterstützte. Tobia Kohen Rofe, derspäter ein medicinischer Schriftsteller wurde (geb. l. Febr. 1653, st. 1729)war im Jugendalter auf ein mühseliges Wanderleben angewiesen.Sein Vater, der während der kosakischen Judenverfolgung von 1648von Narol nach Metz geschleudert war (o- S. 74), hatte ihn alsjunge Waise hinterlassen, und er war genöthigt, von Metz zurück nachPolen zu gehen. Von Wissensdrang getrieben, verließ Tobia wiederPolen, um in Italien Medicin zu studiren. Auf seiner Durchreisedurch die Kurmark wagte er und ein gleichalteriger Freund den Kur-fürsten zu ersuchen, ihnen zu gestatten, an der Universität vonFrankfurt a. O. zu studiren. Friedrich Wilhelm hatte nichts dagegen;aber die medicinische Facultät war nicht ohne weiteres geneigt, Judenin die Zahl der Studirenden aufzunehmen — es war etwas Unerhörtesin Deutschland. Der Kurfürst machte aber von seinem despotischenNegimente Gebrauch, befahl der Facultät, die jüdischen Jünglinge anden Vorlesungen Theil nehmen zu lassen und setzte ihnen noch dazueinen Jahrgehalt Während ihrer Studienzeit aus*). Die Juden warenauch diesem Fürsten außerordentlich dankbar für das verhältnißmäßigeWohlwollen, das er ihnen zuwendete. Der reiche BuchdruckereibesitzerJoseph Athias in Amsterdam — dessen Vater Abracham^j mitnoch einem andern Marranen in Cordova den Märtyrertod auf demScheiterhaufen der Inquisition erlitten hatte — war nach Amsterdamgekommen und hatte auf seine Kosten eine jüdisch-deutsche Uebersetzungdes alten Testamentes anfertigen und ziemlich schön drucken lassen.Die Uebersetzung widmete er — sonderbar genug — dem großenKurfürsten. In der lateinischen Widmung dazu bemerkte Athias, daßer es aus Dankbarkeit that, weil dieser Fürst den Juden unzähligeWohlthaten mit Eifer zugewendet habe, daß sie nirgends größereWohlthaten, einen sichereren Hafen und ungestörtere Ruhe gefundenhaben, als unter seinen Flügeln So rosig war es allerdings nicht,aber einem Fürsten durfte man nicht weniger sagen.
*) Eint, zu seinem medicinisch-philosophischen Werke >n'o !2 Seins
Studienzeit in Frankfurt fällt in das Jahr 1678, s. Rsv. äss Ld. j. XVIIIS. 264; 1683 wurde er Doktor der Phil, und Med. in Padua.
-) In der Einl. zu Witzenhausens jüd.-deutscher Bibelübersetzung bemerkt derEditor: '.n naiaup wpa nvnp bp L-n'riv onaan qvi' inn.
Das Auto da Fs in Cordova, von dem Llorente in seiner Geschichte der spanischenInquisition nichts aufführt, fand also 1667 statt, fälschlich setzt es de Barrioszwei Jahre früher, Oovlsruo populär ckuäa-ioo p. 46.
3) Ich setze die betreffende Stelle, wegen der Seltenheit dieses Buches, hier-her: Xd uon dauduru iuälgsnas, llluigus ouldus populos, quin, sd alisnigsuas