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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Der große Kurfürst.

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der preußischen Monarchie gelegt hat, war zwar nicht duldsamer alsdie meisten Fürsten des Jahrhunderts Ludwigs XIV.; aber er warjedenfalls einsichtsvoller als Kaiser Leopold und erkannte, daß volleFinanzen für das Gedeihen eines Staates nicht so ganz unwesentlichsind, und daß die Juden noch immer etwas von ihrem alten Ruhmals gute Finanzkünstler behalten hatten. In der Mark Brandenburgdurfte seit einem Jahrhunderte, seit der Ausweisung unter dem Kur-fürsten Johann Georg (B. IXg S. 460) kein Jude wohnen. Höchstensdurften jüdische Hausirer aus dem benachbarten Polen die Jahrmärktegegen Erlegung von Zoll und Geleitsgeld beziehen und ihre Waareverkaufen; aber auch gegen dieses beschränkte Recht protestirten dieAdeligen und zünftigen Stände^). Eine gewisse Consequenz bewogindeß Friedrich Wilhelm, der kein Freund von Halbheiten war, dieJuden gegen das Vorurtheil der unduldsamen protestantischen Be-völkerung in der Kurmark zuzulassen. Im Westphälischeu Frieden

hatte er die Stadt Halber st adt und Umgegend erworben, wo zwarkaum zehn jüdische Familien wohnten; aber diese konnten doch nichtso ohne weiteres ausgewiesen werden. Der große Kurfürst ertheiltedaher dieser winzigen Halberstädtischen Gemeinde ein Privilegium, dasnicht besser und nicht schlimmer als die Duldungsakte jener Zeit war").Auch in der Neumark scheinest einige jüdische Familien gewohnt zuhaben. Im Cleveschen (Emmerich, Wesel, Duisburg, Minden)das zu Brandenburg gehörte, bestanden ebenfalls seit alter Zeit kleineGemeinden. In Emmerich hatte Friedrich Wilhelm einen außer-

ordentlich begabten Juden gefunden, Elia Gumperts (Gompertz)oder Elia von Emmerich, welcher ihm wesentliche Dienste in den Kriegenals Lieferant von Waffen, Geschützen und Pulver leistete. Der Kur-fürst brauchte ihn als klugen Agenten, den er nach Holland schickte,

um diplomatische Unterhandlungen zu leiten und eine Anleihe zu

contrahiren. Elia Gumperts wurde in Amsterdam vom Senate mitgroßer Ehre behandelt. Vom Kurfürsten erhielt er ein Schntzpatent,ähnlich dem, welches früher die österreichischen Kaiser ihren Hofjudenzu ertheilen pflegten ^). Da nun einmal Juden in seinen zerstückelten

') Mylius, Oorpus OonsUinUoirrrra raaralckcairiiii V. 5, 3, S. 122;Annalen der Juden in preuß. Staaten (anonym, König) S. 84 fg., 91 fg.

2) König a. a. O. S. 88. vr. C. H. Auerbach, Geschichte der israelitischenGemeinde in Halberstadt (Halberstadt 1866) S. 23 fg.

König, das. S. 85 fg., 93 fg. Von diesem Elia Gumperts erzählt derhebr. Uebersctzer von Manasse Ben-Israels bn-u--' mpv (Eliakim b. JakobEnde 1697) p. 56 d: irno i'ivp > prp.n) ,-vnL' iirr.-M pn'

n'iHm 'rpv i'o i) .nriV -norm nv'bp i'po i'vn.n bi-u.-i. H. I. ILosnsn,

Ussestisäsiris äsr ckoäsn in Usäsrlanä x. 224 fg., theilt aus dem Archiv vonGraetz, Geschichte der Juden. X. 16