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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

gaben zwei reiche Juden David Isaak und Israel Frankel(Kopel'sche Erben) --- die Urahnen würdiger Nachkommen bis auf denheutigen Tag dem Magistrat 4000 Gulden mit der . Bedingung,daß Gräber und Leichensteine unverrückt und der Begräbnißplatz inRossau stets mit einer Planke umzäunt bleiben sollte, worüber derMagistrat eine Urkunde ausstellen mußte *).

Diese Schattenseite hatte aber auch ihre Lichtseite. Ein auf-strebender Staat, welcher bis dahin keine Juden duldete, wurde da-durch eine neue, wenn auch nicht sehr gastliche Heimath für die Ver-bannten, von der aus die Verjüngung des jüdischen Stammes ihrenAnfang nahm. Die aus Oesterreich Verwiesenen zerstreuten sich nachvielen Seiten hin. Viele von ihnen suchten bei ungarischen MagnatenSchutz und siedelten sich im Oedenburger, Szalader und EisenburgerComitat an"). Andere zogen nach Venedig und bis an die türkischeGrenze^), noch andere wandten sich nach Fürths) und-bevölkertendiese fast einzige Gemeinde, welche in diesem Lande nach der Ver-treibung der Juden aus Nürnberg von einem einzigen Manne,Mänuele, Sohn Symelins, gegründet und von dem fürstlichenHause Hoheuzollern-Onolzbach geduldet wurde. Bei ihremDurchzuge mußten die verbannten Juden in Baiern überall doppeltenJudenzoll zahlen. Fünfzig Familien'wurden von dem großen Kur-fürsten Friedrich Wilhelm in der Mark Brandenburg ausgenommen. Dieser große Fürst, welcher den festen Grund zur einstigen Gröfe

Wien im Monat ^.b. Jrrthümlich wird öfter angegeben, daß die Gesammt-zahl der Ausgewiesenen nur 1400 betrug. In der Supplik des Restes derJuden an den Kaiser: 300 und darüber (im Mrsuti-urn lürrrop.) ist angegeben,daß 1400 bereits abgezogen waren. (Vgl. Kaufmann a. a. O. S. 113 ff.j

*) L.A. Frankl zur Geschichte der Juden inWien, S. 6, 7. (Kaufmann, S. 148f.)

") L. A. Frankl, Wiener Grabinschriften- a. a. O. S. 18. sS. jedoch Kauf-mann, S. 190, Anm. 3.j

3) Mrsatrura Duroxasum a. a. O.

4) (Kaufmann S. 191 ff.) Die Frankels wohnten in Fürth. L. A. Franklzur Geschichte a. ä. O. S. 9 fg. Zunz, synagogale Poesie S. 348. (KaufmannS. 88. 19t.j Ueber die Entstehung der Gemeinde Fürth: Historische Nachrichtenvon der Judengemeinde in Fürth (anonym, von Würfel) Frankfurt und Prag1754, S. 3. S. Haenle, Geschichte der Juden im ehemaligen FürstenthumAnsbach (1867) theilt eine Urkunde mit (S. 217), daß Georg von Hohenzollern-Onolzbach 1528 zuerst einem Juden Perman die Erlaubniß zur Ansiedelungin Fürth ertheilt hat. Derselbe vermuthct (das. S. 53, 3), daß Manueleund Perman identisch sein dürften. Dagegen spricht die Klage der Nürnberger'ä. cl. Juli 1528, daß der Markgraf Georgeinen oder mehr Juden zuFurt zu wohnen vergünstigt hat" (bei Würfel Urkunde S. 81) -Nach Haenle hatin demselben Jahre noch eine jüdische Familie Uriel Wolf auS Schwabach dasNiederlassungsrecht erhalten (das.).