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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Die Juden von Nordafrika.

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Unfug mit seinem reicheren Wissen, beredtem Munde und seiner ge-wandten Feder. Er war vermöge seines Bildungsganges in christlichenSchulen den übrigen sabbatianischen Aposteln bei weitem überlegen,wußte dem Blödsinn einen Anstrich von-Vernünftigkeit und Weisheitzu geben, blendete dadurch die Befangenen und bethört'e selbst solche,welche früher dem sabbatianischen Treiben abgeneigt waren.

In Afrika hinterließ Cardoso viele Anhänger. Mehrere Ge-meinden dieses Landstrichs, Marokko, Saks und andere begingenmehrere Jahre den Fasttag der Zerstörung Jerusalems als Freudeu-tagi). Ein eifriger sabbatianischer Parteigänger in Sale, JakobJbn-Saadon, unterhielt diesen Wahn. Vergebens ermahnte sieder eifervolle Sasportas, ihr Landesgenosse, in ernsten und schneidendenBriefen, davon abzustehen.' Jbn-Saadon wußte diese Sendschreibenzu unterschlagen und wagte öffentlich zu verkünden: wer den Geburts-tag des Messias nicht als Festtag begehe, der würde Zions Glanznimmer erleben. Und in der That feierten ihn (noch 1669) dieafrikanischen Sabbatianer mit Jubel und Saitenspiel. Diese Zähigkeitscheint um so sonderbarer, als die Tage der Juden in dieser Gegendnicht sehr angenehm waren. Muley Arschid, der Thronräuber,welcher sich des Königreichs von Tafilet bemächtigt,' die kleinenTyrannen vertrieben und seine Herrschaft weit ausgedehnt hatte, zeigtesich Anfangs freundlich gegen die Juden, was sie eben in ihremWahne bestärkte. Nach und nach trat er aber als ihr erbittertsterFeind auf, legte ihnen nicht bloß harte Steuern auf, sondern beraubteauch die Reichen ihres Vermögens, hin und wieder auch ihres Lebensund ließ die Synagogen in Marokko und Todela zerstören. DenJuden Todelas verbot er Fußbekleidung zu tragen und verhängtenoch andere Quälereien über sie^). Gerade diese Gemeinde beharrteam hartnäckigsten in ihrem Glauben an Sabbata'i.

Durch die fortwährende Anhänglichkeit unter den Juden anSabbata'i trotz seines Religionswechsels ermuthigt, beharrte dieser auchin seiner messianischen Rolle und verkehrte immer mehr mit Juden.Freilich hatte sein schwacher Kops durch diese auf ihn einstürmendenEreignisse noch mehr gelitten und er verlor allen Halt. Das eineMal schmähte er das Judenthum und den Gott Israels mit ge-meinen Schimpfworten und soll sogar Juden bei der türkischen Behördeals Verlästerer des Islam angegeben haben. Das andere Mal hielter mit seinen jüdischen Anhängern Gottesdienst nach jüdischem Ritus,

y Sasportas a. a. O. p. 36 g,. x. 41 a, b.") Das. p>. 46 b, 47 a.