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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

erwartete, daß der heilige Geist am Wochenfeste (Pfingsten) auf denRenegaten Mehmed herabfahren werde, und in Folge dessen werdeauch er im Stande sein, Zeichen und Wunder zu geben. Bis dahinkönne er sich auf nichts einlassen, entgegnete er den Abgeordnetentrotzig. Als das Wochenfest vorüber war, drangen die Adrianopolitanerwieder in ihn, seine Spiegelfechtereien einzustellen, konnten aber mitvieler Mühe nur das schriftliche Versprechen von ihm erlangen: daßer sich zwölf Tagereisen von Adrianopel entfernt halten, daß er mitSabbatai nicht correspondiren, daß er Leute nicht um sich sammelnwerde, und daß er, wenn bis Ende des Jahres der Erlöser sich nichteinstellen sollte, seine Prophezeiung als falsch betrachten werde. Abertrotz seines schriftlichen Versprechens setzte dieser Lügenprophet seineWühlerei fort, hielt sich in Comargena (in der Nähe Adrianopels)auf und ermahnte die Sabbatianer in Adrianopel, ihre fortdauerndeAnhänglichkeit durch das Einstellen des Fastens am siebzehntenTammus zu bekunden. In dieser Stadt gab es nämlich einensabbatianischen Conventikel unter Leitung eines ehemaligen JüngersMose Kohen, der mit Mehmed Effendi in Verbindung stand. DasRabbinat von Adrianopel wußte keinen Rath, wie es dem Unfugdieser kecken Sekte steuern sollte, und mußte zu einer Nothlüge greifen.Es berichtete nämlich, der Renegat sei plötzlich in der Vorstandsver-sammlung erschienen, habe seinen Schwindel bereut und habe allesauf Nathan und Abraham Jachini gewälzt, die ihn betrogen hätten ff.Auf diese Weise gelang es dem Rabbinat, für den Augenblick dieSabbatianer zu täuschen. Aber das Mittel hielt nicht lange vor.Durch Nathan auf der einen Seite und durch den Kreis um MehmedEffendi auf der andern Seite ermuthigt und zu neuer Hoffnungerweckt, nahm die Zahl der Gläubigen wieder zu, und diese setzten etwasBesonders darein, am neunten Ab, dem Geburtstag ihres Messias,nicht zu fasten, namentlich in Smyrna und Tiria. Die Rabbinatevon Constantinopel und Smyrna versuchten diesen Schwindel mit denalten Mitteln, mit Bann und Androhung von Strafen, zu unter-drücken (Ende Juli 2); aber es schlug wenig an, die Sabbatianerlechzten gewissermaßen nach Märtyrerthum, um ihren Glauben zubesiegeln. Der Lügenprophet ging geradezu auf Propaganda aus.Er hatte noch immer einige Begleiter um sich, und sogar zwei Türken.In Salonichi, wo es einen Schwarm von Kabbalisten gab, kam erzwar schlecht an, aber desto mehr Gehör fand er in den Gemeinden

ff S. Note 3, No. 8, 23.

ff Sasportas x. 35, 36.