Nathan Ghazati.
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Es belegte alle diejenigen mit dem Banne, welche auch nur Sabbatar'sNamen nennen oder mit seinen Anhängern verkehren sollten, unddrohte sie dem weltlichen Arm zu überliefern. Nathan Ghazati wurdebesonders inj den Bann gethan und jedermann gewarnt, ihn zu be-herbergen oder in seine Nähe zu kommen (12. Kislew — 9. Decbr. 1666).Diese Bannbullen wirkten in so fern, als Nathan sich nirgends langeaufhalten und selbst in Smyrna nur heimlich bei einem Gläubigeneinige Zeit weilen durfte. Aber den Schwindel ganz zu bannen ver-mochten sie keineswegs. Einer der eifrigsten Sabbatianer, vielleichtauch der erfindungsreichste, Samuel Primo, warf ein Stichwort hin,das besser zog, als jenes von der Scheinbekehrung. Es mußte Allesso kommen, wie es gekommen ist. Gerade durch seinen Uebertritt zumIslam habe sich Sabbatar als Messias bewährt. Es sei ein kabba-listisches Mysterium, welches bereits früher einige Schriften vorausverkündet hätten. Wie der erste Erlöser Mose einige Zeit lang auPharao's Hof hat weilen müssen und zwar nicht als Jsraelite, sondernzum Schein als Egypter, ebenso müsse der letzte Erlöser an einemheidnischen Hofe einige Zeit scheinbar im heidnischen Gewände leben,„äußerlich sündhaft und innerlich gut". Es sei Sabbatäi's Aufgabe,die verlorenen Seelenspuren, die auch im mohammedanischen Menschenweben, zu befreien, gewissermaßen aufzusaugen und sie dem Urquellwieder zuzuführen. Dadurch eben befördere er am wirksamsten dasmessianische Reich, indem er die Seelen in allen Kreisen erlöse. DiesesStichwort machte Glück, es zündete von neuem und fachte den Schwindelwieder an. Es wurde ein Zugwort für sämmtliche Sabbatianer, sichmit Anstand und einem Scheingrund als solche bekennen und sammelnzu können.
Auch Nathan Ghazati ergriff dieses Wort und faßte wiederMuth, seine Prophetenrolle weiter zu spielen. Es war ihm bisherschlecht ergangen, er mußte Smyrna, wo er mehrere Monate heimlichgeweilt, verstohlen verlassen (Ende April 1667). Seine Begleitung,aus niehr als dreißig Mann bestehend, wurde zersprengt. Durch diesenneuen Schwindel trat er aber wieder kühner auf und näherte sichAdrianopel, wo sich Mehmed Effendi aufhielt und mehrere Anhängerum sich hatte, die als Scheintürken mit ihm lebten und schwärmten.Die Vertreter der Judenschaft von Coustantinopel und Adrianopelfürchteten mit Recht neue Unruhen von der Anwesenheit des falschenPropheten und wollten ihn entfernt wissen. Abgeordnete von Ansehenbegaben sich zu ihm nach Jpsola, um ihn aus dieser Gegend zu ver-bannen. Nathan Ghazati steifte sich aber auf seine Prophezeiung,deren Erfüllung noch bis zum Ablauf des, Jahres möglich sei. Er