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Geschichte der Juden.
oder sein Sekretär Rundschreiben an die Gemeinden, daß sie den nächstenFasttag, den neunten Ab, seinen Geburtstag, als einen Feiertag förmlichbegehen sollten mit einem eignen Gottesdienst, mit eigens ausgewähltenPsalmen, mit Genießen von ausgesuchten Speisen und mit Saitenspielund Gesangs. Auch soll er im Plane gehabt haben, sämmtliche jüdischeFeiertage, sogar den Versöhnungstag außer Kraft zu setzen unbdafür andere einzuführen ^). Allein ehe es dazu kam, beging er imUebermuth eine Unklugheit, welche das ganze messianische Karten-haus umblies.
Unter den vielen Tausend Besuchern von Nah und Fern warenauch zwei Polen aus Lemberg zu ihm gewallfahrtet, um sich Gewiß-heit zu verschaffen und sich an seinem Anblick zu weiden. Der Einewar Jesaia, Sohn einer hochgeachteten rabbinischen Autorität, desgreisen David Levi (Durs 2a>mb) und Enkel des nicht minder be-rühmten Joel Serkes (o. S. 56l, der andere sein StiefbruderLoeb Herz. Ueber Wien nach Abydos gewandert, wurden sie An-fangs nicht zur Audienz zugelassen, sondern angewiesen, sich nachConstantinopel zu Abraham Jachiui zu begeben, der sie vorher mystischbearbeiten und stimmen sollte. Sie kehrten gerade an dem neuengroßen Sabbat nach Abydos zurück, und, nichts von der eingeführtenstrengen Feier ahnend, ließen sie für schweres Geld Lebensmittel fürsich einkaufen. Ob dieser Frevelthat wurden sie von Sabbatai finsterempfangen und von Samuel Primo derb ausgescholten. Da sie aberihre Reue zu erkennen gaben, so wurden sie mit Geschenken entlassen.Den greisen Rabbiner David Levi beehrte der Messias mit einemseidenen Unterkleide, das er dessen Sohne für ihn mit der Versicherungübergab, es werde sein Alter verjüngen. Von diesen beiden Polenhatte Sabbatai vernommen, daß in fernem Lande ebenfalls ein Prophet..Nehemia Kohen, die Nähe des Messiasreiches, aber nicht ihn als denTräger desselben, verkündete. Er übergab daher Jesaia Levi einenlakonischen.Brief für dessen Vater mit, worin er den Juden in PolenRachenahme für das erlittene Gemetzel durch die Kosaken verhieß und zumSchluß befehlshaberisch bedeutete: „Nehemia soll eiligst zu mir kommen".Er legte auf Nehemia so viel Gewicht, daß er seinen Kreis aufdessen Ankunft gespannt machte. Ueberglücklich reisten die beidenPolen nach Lemberg zurück und berichteten überall von dem Glanze,in dem sie den Messias gesehen hatten. Nehemia wurde aufgefordert,schnell zu Sabbatai zu reisen, und dieser scheute es nicht, die Hundertevon Meilen zurückzulegen. Als er in Abydos eintraf (Ans. Sept.),
Sasportas das. auch die christlichen Quellen.
-) Das. x. 28 b.