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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

.um sich durch ein lautes Amen daran zu betheiligen. Und das ge-schah Alles auf Veranlassung des gebildeten Arztes Bendito de Castro.Die Gläubigen bedrohten förmlich die wenigen Gegner, wenn diese eswagten, ein Wort des Tadels gegen Sabbatai auszusprechen. InVenedig brach am Sabbat ein Streit zwischen Sabbatianern undihren Gegnern aus, und einer der Letzteren wäre dabei beinah umsLeben gekommen. Als Sabbatai befragt wurde, wie mit den Kofrim(Ungläubigen) verfahren werden sollte, antwortete er oder SamuelPrimo: diese dürfen ohne weiteres selbst am Sabbat ums Lebengebracht werden. Die Vollstrecker einer solchen Strafe seien derSeligkeit gewiß U- Ein Talmudkundiger in Ofen, Jakob Aschkenasiaus Wilna, dessen Sohn und Enkel später so eifrige Verfolger derSabbatianer wurden, verfuhr auch darnach und erklärte ein Gemeinde-glied für todeswürdig, weil dasselbe nicht den Segen für SabbataiZewi sprechen mochte. In Mähren (Nikolsdurg) gab es in Folge dermessianischen Schwärmerei so heftige Reibungen und Aufläufe, daßder Landeshauptmann Graf von Dietrichstein zur Beruhigungder Gemüther Bekanntmachungen anschlagen lassen mußte ^). InSalä in Nordwest-Afrika verhängte der damalige Emir Gailan(Gailand) eine Verfolgung über die Juden, weil sie gar zu offenihre baldige Erlösung zur Schau trugen'^).

Aber auch manche Christen waren nicht frei von dem Wahn-glauben an den neuen Messias, auch auf sie hatten die allwöchentlicheintreffenden Nachrichten aus dem Morgenlande über Sabbatai Zewi,seine Umgebung und sein Thun einen überwältigenden Eindruck gemacht.In Hamburg z. B. begaben sich frommgläubige Protestanten zu dembekehrungssüchtigen Prediger Esdras Edzard und fragten ihn, wasnun zu thun sei:Wir haben nicht nur von Juden, sondern auchvon unfern christlichen Correspondenten aus Smyrna, Aleppo, Con-stantinopel und anderen Orten der Türkei ganz gewisse Nachricht: daßder neue Judenmessias so viele Wunder thue, und die Juden aus derganzen Welt sich zu ihm sammeln. Wo bleibt denn nun die christlicheLehre und der Glaube von unserm Messias?" Die Aufmerksamkeit,welche die Christen der gebildeten Stände den außergewöhnlichenVorgängen schenkten, die als Zeitungsnachrichten verbreitet wurden,erhöhte wiederum die Gläubigkeit der Juden. Kurz, jedes Ereignißführte immer tiefer in die Täuschung hinein. Nur Jakob Sas-

Z Sasportas p. 26 s..

") llAsatrarn Durop. X, p. 440.

Sasportas a. a. O. p. 8 b.

Schudt, jüd. Merkwürdigkeiten II *, S. 47.