Die überhandnehmende Gläubigkeit.
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sie für ihre Wohnung und Lebensmittel hohe Preise erzielen konnten.Ein wahrer Goldregen strömte über Abydos. Der Eindruck, den dieseThatsachen, noch dazu geflissentlich von Mund zu Mund vermehrtund übertrieben, auf die Juden in Europa, Asien und Afrika machten,und die Wirkungen, die sie hervorbrachten, sind unbeschreiblich. Mitgeringen Ausnahmen waren Alle von Sabbatar's Messianität undbaldiger Erlösung in spätestens zwei Jahren überzeugt. Sie sagtensich: er hatte den Muth nach der türkischen Hauptstadt zu gehen, ob-wohl er offen die Entthronung des Sultans verkündet hatte, undwurde gleichwohl nicht am Leben bestraft, sondern in einer ArtScheinhaft gelassen. Brauchte es mehr, um die Prophezeiung derPropheten älterer und neuerer Zeit zu bestätigen? Ernstlich bereitetensich daher die Juden zur Rückkehr in ihre Urheimath vor. In Ungarnfingen sie bereits an, die Dächer ihrer Häuser abzutragen. Siestellten ihre Geschäfte ein, wenigstens unternahmen sie keine neuen.In den großen Handelsstädten, in denen Juden in Geschäften imGroßen tonangebend waren, in Amsterdam, Livorno, Hamburg,trat dadurch eine Stockung ein. Fast in allen Synagogen wurden diezwei Anfangsbuchstaben seines Namens S. Z. mit mehr oder wenigerVerzierungen angebracht. Fast überall wurde für ihn ein Gebet An-geführt mit der Formel: „Segne unfern Herrn und König, den heiligen,gerechten Sabbatar Zewi, Messias des Gottes Jakob". Nathan Ghazatihatte den Gemeinden vorgeschrieben, ein eigenes Gebet an den Feier-tagen und bei feierlichen Handlungen für ihn hinzuzusügen: „und esbewähre sich an ihm das Wort des Propheten: es ruhe auf ihm derGeist Gottes, der Geist der Weisheit u. s, w."Z. Es wurde an-genommen und in Gebetbüchern mit abgedruckt. In Europa warendie Augen aller Gemeinden auf die Amsterdamer gerichtet, und diesewar in ihren Vertretern am meisten der Schwärmerei zugethan. JederPosttag, welcher neue Briefe brachte, war ein Festtag für sie. DieAmsterdamer gaben ihre Freude offen zu erkennen und scheuten wederdie christliche Bevölkerung noch die Obrigkeit. Isaak Naar ausAmsterdam und der reiche Abraham Pereyra bereiteten sich zueiner Reise zum Messias vor, und der Erstere zeigte es ironisch demungläubigen Jakob Sasportas an. Die Hamburger Gemeinde äfftestets der Amsterdamer Gemeinde nach oder überbot sie noch. DerVorstand führte den Brauch ein, nicht bloß am Sonnabend, sondernauch am Montag und Donnerstag für Sabbata'i Zewi zu beten.Die Ungläubigen wurden gezwungen, in der Synagoge zu bleiben.
ff Note 3, H.