Sabbata'l's Gefangenschaft.
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Da er nicht den triumphirenden Messias spielen konnte, wollte erwenigstens den leidenden mit Anstand spielen. Vor den stellvertretendenWesir (Kaimakam) Mustafa Pascha geführt, hat er die erste Probenicht glänzend bestanden. Befragt, was sein Vorhaben sei, undwarum er die Inden so sehr in Aufregung setzte, soll Sabbatai ge-antwortet haben: er sei weiter nichts als ein jüdischer Chacham, deraus Jerusalem nach der Hauptstadt gekommen sei, um Almosen zusammeln; er könne nichts dafür, wenn die Juden ihm so viel An-hänglichkeit bezeugten. Mustafa ließ ihn darauf in das Gefängnißbringen, wo zahlungsunfähige jüdische Schuldner verhaftet waren.
Weit entfernt, durch diese Behandlung enttäuscht zu sein, ver-harrten seine Anhänger in Constantinopel noch immer in ihrem Wahne.Einige Tage hielten sie sich still in ihren Häusern, weil die Gassen-jugend ihnen spottend zurief: „Kommt er, kommt er?" (Lllwlcki wi,Adoläi wi). Aber bald begannen sie von neuem zu faseln: er seider wahre Messias, und die Leiden, die ihm widerfahren, seien noth-wendig und Vorbedingung zu seiner Verherrlichung. Die Prophetenfuhren fort, von seiner und Israels baldiger Erlösung zu verkünden.In Constantinopel unterhielten zwei jüdische Propheten Mose Suriel,und ein greiser Deutscher, Mardocha'i der Fromme, die Schwärmereifür ihn. Auch ein türkischer Derwisch erfüllte die Straßen Constanti-nopels mit seinen Prophezeiungen von dem erschienenen Messias — dieGegner. sagten: Sabbatar's Anhänger hätten ihn gekauft. Tausendedrängten sich täglich zu Sabbatar's Gefängniß, um nur einen Blick vonihm zu erhaschen. Englische Kaufleute, welche ihre Schuldforderungenvon ihren jüdischen Schuldnern nicht erlangen konnten, wandten sichan den Messias. Ein Handschreiben von ihm, welches die Säumigenermahnte, ihren Gläubigern gerecht zu werden, sonst würden sie nichtan seiner Freude und Herrlichkeit Theil nehmen können, hatte diebeste Wirkung. Samuel Primo sorgte dafür, daß den Juden Smyrna'sund überhaupt den entfernt wohnenden Juden die fabelhaftesten Mit-theilungen zukamen von der Verehrung, die dem Messias von Seitender türkischen Großen zu Theil wurde. Sie seien sämmtlich innerlichvon seiner Würde überzeugt. Die Erwartungen der Juden wurdendadurch noch mehr gespannt, die ausschweifendsten Hoffnungen nurnoch mehr genährt. Es galt als ein handgreifliches Wunder, daßdie rasche türkische Justiz ihn, den aufwieglerischen Juden, am Lebenließ. Bewies diese Schonung nicht, daß .sie ihn fürchtete? Einegewisse Scheu scheint in der That die türkische Regierung vor demjüdischen Messias gehabt zu haben. Der kandiotische Krieg stand be-vor, welcher alle Kräfte des bereits halberschöpften türkischen Reiches