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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

flohcner und auf ihn schwörender marranischer Arzt erhielt die Kronevon Portugal. Selbst sein ehemaliger Gegner Chajim Pena erhieltsein eigenes Königreich. Ein Bettler, Abraham Rubio in Smyrna,erhielt unter dem Namen Josia ebenfalls eine Krone und war so festüberzeugt von seiner baldigen Herrlichkeit, daß er große Summenausschlug, die ihm für sein utopisches Königreich geboten wurden.

Mit einer gewissen Absichtlichkeit scheint Sabbatäi Zewi seinemessianische Reise nach Constantinopel gerade mit dem Beginne desfür mystisch gehaltenen Jahres 1666 angetreten zu haben. Er warvon einigen seiner Anhänger, namentlich von seinem Sekretair SamuelPrimo begleitet. Er hatte den Tag seiner Ankunft in Constantinopelvoraus verkündet, aber die Ereignisse straften ihn Lügen. Das Schiff,das ihn trug, hatte mit Sturm zu kämpfen und verzögerte die Fahrtauf Wochen. Aber da das Meer ihn nicht verschlungen hatte, sohatten die Sabbatianer Stoff zu Wundererzählungen, wie Sturm undWogen dem Messias gehorchten. An einem Platze an der Küste derDardanellen, mußten die Passagiere des beschädigten Schiffes ans Landgesetzt werden, und dort verhafteten ihn türkische Häscher, welche zuseiner Gefangennahme abgesandt waren. Der Großwesir AchmedKöprili hatte von der Aufregung der Juden in Smyrna und imganzen türkischen Reiche Kunde erhalten und wollte sie mit einemSchlage dämpfen. Vielleicht hatten nüchterne Juden in ConstantinopelSabbatai bei den Behörden angegeben, um dem tollen Treiben einEnde zu machen. Genug, die Häscher hatten den gemessenen Befehl,den angeblichen Erlöser in Fesseln nach der Hauptstadt zu bringen,und waren daher dem Schiffe, das ihn führte, entgegengeeilt. LautBefehl legten sie ihm Fesseln an und führten ihn nach einem Städtchenin der Nähe Constantinopels, weil der Sabbatbeginn nahe war. Durcheinen Courier von seiner Ankunft in Chekmese Kutschuk unter-richtet, eilten seine Anhänger aus der Hauptstadt dahin, um ihn zusehen, fanden ihn aber in einem elenden Aufzuge und in Ketten. Ihrmitgebrachtes Geld verschaffte ihm indessen einige Erleichterung, undam Sonntag darauf (Febr. l666) wurde er zu Wasser nach Constanti-nopel gebracht, wie ganz anders, als er und seine Gläubigen geträumthatten! Indessen hatte seine Ankunft doch Aufsehen erregt. Auf demLandungsplätze war ein solcher Andrang von Juden und Türken,welche den wahren oder angeblichen Messias sehen wollten, daß diePolizei Ordnung für das Ausschiffen machen mußte. Ein Unterpascha,welcher ihn in Empfang zu nehmen beauftragt war, bewillkommte denGottesmenschen mit einem Schall von Ohrfeigen. Sabbatai Zewi sollaber klugerweise die andere Wange zum Streiche hingehalten haben.