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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Die sabbatianische Schwärmerei.

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von Litaneien und Fasten, sondern das Fahrenlassen gegenseitigenHasses, die Rückerstattung unrecht erworbenen Gutes und das Einstellenunzüchtigen Verkehrs mit Christinnen verstanden wissen wollte, wurde erheftig angefeindeti). Am meisten aufregend wirkten die Nachrichtenans Smyrna auf die zwei Gemeinden, das große und kleine Jerusalemdes Nordens. Der Prophet von Gaza, der auch nüchtern zu berechnenverstand, hatte seine fanatisirenden Sendschreiben geradezu nach denangesehensten und reichsten Gemeinden Amsterdam und Hamburg ge-richtet; diese traten daher in ein inniges Verhältniß zu dem neuenMessiasthume. Die Amsterdamer und Hamburger Juden erfuhrenauch von glaubwürdigen Christen die Bestätigung der außerordent-lichen Vorgänge in Smyrna, von denen Manche eine aufrichtigeFreude darüber empfanden. Hatte doch selbst Heinrich Oldenburg,ein vornehmer deutscher Gelehrte zu London, an seinen Freund Spinozageschrieben (Dec. 1665):Alle Leute sprechen hier von dem Gerüchteder Rückkehr der mehr als 2000 Jahre zerstreuten Israeliten in ihrVaterland. Bei Wenigen findet es Glauben, aber viele wünschen es ...Sollte sich die Nachricht bestätigen, so dürfte sie einen Umschwung inallen Dingen herbeiführen" °). Täglich wuchs in Amsterdam die Zahlder Gläubigen, unter den Portugiesen nicht minder, als unter denDeutschen, und viele Gebildete gingen mit dem Beispiel voran; dieRabbinen Isaak Aboab und Raphael Mose d'Aguilar, derMitjünger Spinoza's Isaak Naar, und Abraham Pereyra,einer der Kapitalisten Amsterdams und Moralschriftsteller in spanischerSprache2), sie wurden alle Gläubige. Selbst der halbe SpinozistDionys Musaphia (o. S. 22) wurde ein eifriger Anhänger desneuen Messias. Auch in Amsterdam äußerte sich die Gläubigkeit aufwidersprechende Weise: durch Jubel mit rauschender Musik und Tänzenin den Bethäusern und durch trübe mönchische Kasteiung. DieDruckereien konnten nicht genug Exemplare von eigenen Gebetbüchernin hebräischer, portugiesischer und spanischer Sprache für die Mengeder Gläubigen liefern, worin Büßungen und litaneihafte Formeln an-gegeben waren, durch welche man des messianischen Reiches theilhaftigzu werden hoffte. Manche sabbatianische Gebetbücher (Dikkuuim)zeigten Sabbata'i's Bild neben dem des Königs David, Embleme seiner

*) Sasportas '22 ar-p x. 28 a.

2 ) S. Note 3, Nr. 14.

Ueber diese Amsterdamer Sabbatianer berichtet Sasportas; von AbrPereyra sagt er: ll'NLnLr, onian, vergl. über seine Schriftstellerei

Rodrigucz de Castro Dibliotlrsas, lrls^>g,üols, I. p. 595. Gerade im Jahre 1666schrieb er lg, asrtsW äst oaratuo.