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Geschichte der Juden.
keit erzeugt. Waren doch selbst die Kartier in den kabbalistischenTnsel eingelnllt i), sic, welcke den Talmud im Prineip verwarfen, umzum reinen Bibelwort zurückznkehren! Es gab damals nicht eineneinzigen Mann von Bedeutung und Gewicht, der das Grundübel allerdieser Erscheinungen, die Kabbala und den Sohar, erkannt oder garaufgedeckt hätte — eine traurige Zeit! Jacob Sasportas (ansAfrika stammend, in Amsterdam, London und zu dieser Zeit in Hamburg,geb. 1608, st. 1698^), ein Mann von Muth und rücksichtsloserSchärfe, dessen Wort durch seine talmudische Gelehrsamkeit Gewichthatte, Sasportas bekämpfte zwar von Anfang an mit Leidenschaftlich-keit diese messianische Raserei. Er war unermüdet, Sendschreiben aufSendschreiben an die Gemeinden und Führer in Europa. Asien undAfrika zu richten, die groben Täuschungen zu entlarven und vor dentraurigen Folgen zu warnen. Aber auch er war in die Schlingender Kabbala verstrickt und erkannte ihre Grundsätze an. Auf demBoden dieser Afterweisheit waren die ganzen Schwärmer mehr imRechte als die halben. Spinoza hätte mit seinen sonnenhaften Ge-danken diese dichten Nebel zerstreuen können; allein er war dem Juden-thume und seinem Stamme abgewendet, ja feindlich gesinnt und sahden Verwirrungen gleichgültigen oder schadenfrohen Blickes zu.
Die Nachrichten von Sabbatar Zeivi und der messianischen Rasereikamen direkt oder auf Umwegen über Alexandrien nach Venedig, Livornound anderen italienischen Städten. In Venedig gab den Ton derdnmmglänbige Kabbalist Mose Zacut an, Spinoza's so unähnlicherMitjünger (o. S. 9), der aus Amsterdam über Polen nach Palästinaauswandern wollte und in Venedig festgehalten wurde. Weit entfernt,dem Wahnwitz der Menge zn steuern und ihr den richtigen Weg zuzeigen, leistete er ihm, wie das Rabbinat von Venedig noch Vorschub^).Es fielen deshalb in Venedig häßliche Scenen vor. — In Livornoin der großen, zum Theil marranischen Gemeinde entzündete die Ge-müther der ehemalige Jünger Sabbatai Zewi's Mose Pinheiro(o. S. 190). Die Menge drang daher in ihren Prediger JosephLevi, von Buße und Kasteiung zn sprechen und sie ins Werk zu setzen.Weil dieser, von Reue und Buße sprechend, darunter nicht das Herplappern
1) Vergl. den Bericht Simcha Isaak Luzki's über die karäischen Kabbalistendes siebzehnten Jahrhunderts bei Neubauer, Aus der Petersburger Bibliothekx. 128 fg.
') S. Note 2.
2) In Venedig wurde o. 1666 'rr mrir- mit Approbation des Rabbinatsgedruckt: s. Steinschneider, 6. D. blo. 3041. Emden referirt, Zacut habe zumGebetbüchlein p-r 'ipv ein Gedicht geliefert, worin eine Strophe das Akrostichon'rr hat (s. miso nnrus p>. 31 a,).