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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Die sabbatianische Schwärmerei. 203

werthester. Dingen von dem neuen Erlöser. Aber auch Christen sorgtenfür Verbreitung von Nachrichten. Die Residenten, die Sekretäre derenglischen und holländischen Handelshäuser uno die evangelischenGeistlichen berichteten von den außerordentlichen Dingen, die in Smyrnavorgingen, spotteten zwar über die Thorheit der Juden, konnten sichaber doch nicht eines halbgläubigen Gefühls erwehren. Sahen siedoch mit eigenen Augen die Verzückungen und Verkündigungen derPropheten und Prophetinnen von Sabbataä Zewi, dem wahrhaftenErlöser! An den Hauptbörsen Europas sprach man von SabbataäZewi, als von einer merkwürdigen Erscheinung, und war gespanntuuf jede Nachricht von Smyrna oder Constantinopel. Anfangs warendie Juden selbst von diesen plötzlich auf sie eindringenden Nachrichtenwie betäubt. Also die lang gehegte Hoffnung, daß einst der Druckund die Schmach von Israel genommen werden, und es wieder inGlorie in seine Heimathstätte zurückkehren würde, sollte sich endlichdoch verwirklichen! Kein Wunder, wenn fast überall sich Scenen,ähnlich wie in Smyrna wiederholten: Leichtgläubigkeit, die jede Nach-richt als eine unleugbare Thatsache hinnahm, schwärmerische Spannung,Kasteiung und Almosenspenden an Dürftige, um sich würdig für dieMessiaszeit vorzubereiten, hin und wieder auch dieselben prophetischenVerzückungen. In Constantinopel fing ein betagter Kabbalist, MoseSnriel, plötzlich an zu singen, hüpfte wie ein Knabe, fiel wie ineiner Krankheit auf die Erde und verkündete in der Sohar-Sprache:daß Sabbata'i aus Smyrna der wahre Messias sei und dem ExileIsraels bald ein Ende machen werde. Auf der Insel Elba, inPortoferrajo, gcrieth ein jüdischer Schneider in ähnliche prophetischeVerzückung, lag wie entseelt und sprach bald lachend, bald weinendvon der nahen Erlösung und von Sabbatai Zewi's Macht im Himmelund auf Erdens. Solche Vorfälle, die sich durch die Ansteckung derPhantasterei erklären lassen, wurden übertrieben und ausgeschmücktweiter verbreitet und zündeten immer weiter. Sie fanden nur allzugeneigte Gemüther, das Unsinnigste zu glauben. Nicht bloß die stumpfeMenge, sondern auch fast sämmtliche Rabbinen und sogar Männervon Bildung und philosophischer Einsicht fielen dieser Leichtgläubigkeitanheim 2 ). Die Alles überwuchernde Kabbala hatte diese Leichtgläubig-st Jakob Sasportas Bericht (s. Note 3, III. 1) x. 17 b. Damit zu ver-gleichen das. x, 40 b: mo: mns -mx imiw ns-nra.

st Thomas de Pinedo war ein schlechter Beobachter, wenn er glaubte, daßnur Dummköpfe an den Messias von Smyrna glaubten: In ss, (6-s.W) 16i>8surrsxib joosuäoproxlisba, Ms Uabllau, gut nun oura suo UssuäorusssiaKababai äsospib sbultos äuäasos, non sos sx rusliors lubo tlxib ^ras-ooräia Mtau (Anmerkung zu Liisximuris äs urbibus x. 322 Note 39).