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Geschichte der Juden.
Rabbiner Chajjim Benvenisti (geb. 1603 st. 1673), eine sehrbedeutende talmndische Autorität Z von erstanlicher Gelehrsamkeit, der,weil er ein literarischer Gegner Lapapa's war, nicht nur die Amts-entsetzung desselben duldete, sondern sich auch dessen Stelle von SabbataiZewi übertragen ließ. Anfangs bedenklich gegen das neue Messias-thum, wurde auch er gläubig und bethörte mit seiner Autorität dieMenge noch mehr. Diese wurde von Sabbatai zu blutdürstigem Fana-tismus aufgestachelt. Weil ein sehr edler, reicher und angesehener Mannin Smyrna Chajjim Pena (Penja), der Chajjim Benvenisti reichlichunterstützt hatte, diesem messianisch-kabbalistischen Schwindel hartnäckigenUnglauben entgegensetzte, wurde er in der Synagoge überfallen undverfolgt und war nahe daran, von der wüthenden Menge zerfleischtzu werden. Sabbatai Zewi, der angebliche Inbegriff aller Frömmig-keit, befahl, die Synagoge zu erbrechen, um den argen Ketzer zu er-greifen. Als aber Pena's Töchter ebenfalls vom Taumel ergriffen,in Verzückungen gerathen waren und weissagten, blieb dem Vaternichts übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Auch ergeberdete sich als eifriger Anhänger. Mit Pena's Ueberwindung warSabbatai Zewi in der Gemeinde Smyrna's Alleinherrscher, er konntedie jüdische Bevölkerung nach Gutdünken zum Guten oder Schlimmenleiten. In dieser Stimmung, welche einige Monate lang auhielt,fürchteten die Smyrnaer Juden ihre Tyrannen, die türkischen Kadis,sehr wenig; wollten diese dem überhandnehmenden Treiben steuern, sowurden sie durch reiche Geschenke bewogen, die Augen zuzudrücken.
Diese Vorgänge im Smyrnaer Judcnviertel machten in immerweiteren Kreisen das größte Aufsehen. Die kleinasiatischen Gemeindenin der Nähe, aus deren Mitte viele von dem Rufe angezogen, sichnach Smyrna begeben hatten, daselbst Zeugen der Scenen gewordenwaren und übertriebene Erzählungen von des Messias' Anziehungskraftund Wunderthäterei mit nach Hause gebracht hatten, wurden in denselbenTaumel hineingerissen. Der Geheimsekretär Samuel Primo sorgte dafür,daß den auswärtigen Juden die Kunde und der volle Eindruck vondem erschienenen Messias zukam. Nathan Ghazati that dasselbe vonPalästina ans durch Sendschreiben, und die Wanderpropheten SabbataiRaphael und Matthatia Bloch erfüllten ihre Zuhörer mit den staunens-
') Verf. des rstnin oow 'v, Nachträge zu den vier Theilen des Ldruleüau-^rueü enthaltend, die mehr von Samnielfleiß als von Tiefe zeugen. ImVorwort zu vom Jahrs 1658 bemerkt er rav- p mono mv-,
bei Asulai s. v. falsch n"ev'. Das Todesjahr ist bei Asulai angegeben; auchseine literarische, nachmals aber in eine persönliche ausgeartete Feindschaftgegen Lapapa ist bei Asulai vermerkt.