Die Jerusalemer Gemeinde.
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später in Jerusalem ein unbewußtes Werkzeug der Vitalischeu Mysti-fikationen geworden war. Neben ihm wirkte in demselben SinneAbraham Amigo, ein Talmndist zweiten oder dritten Ranges.Einige Bedeutung hatte allerdings der aus Italien nach Jerusalemeingewanderte Jacob Chages (geb. 1620, st. 1674), ein gelehrterTalmudist, der noch gut spanisch schrieb. Aber Chages hatte keineosficielle Stellung, sondern war Klausner in einem Lehrhause, welcheszwei Brüder Vega in Livorno für ihn gegründet und unterhaltenhatten i). Die kopflose Leichtgläubigkeit der Jerusalemer jener Zeitcharakterisirt eine grobe Mystifikation, die ihnen einer ihrer Almosensammelnden Sendboten Baruch Gad aufgebunden, und die sie —Gelehrte wie Ungelehrte — nicht nur geglaubt, sondern als wahr be-schworen haben. Derselbe hatte eine Bettelreise nach Persien gemacht.Dort wollte er viele Abenteuer erlebt haben und von einem Judenaus dem Stamme Naphtali errettet worden sein, der ihm auch einenkabbalistischen Brief von einem der Mose-Söhue am WnuderflusseSabbation eingehändigt habe. Darin war viel von dem Reichthume,dem Glanze, den täglichen Wundern der Mose-Söhne geschrieben, unddaß diese nur des Augenblicks warteten, um beim Beginne der messia-nischen Zeit hervorzubrecheu. Dieses Märchen, durch ein Sendschreibenbeglaubigt, brachte Baruch Gad nach Jerusalem und fand unbedingtenGlauben. Als die Jerusalemer. Gemeinde in Folge des kosakischenGemetzels in große Noth gerathen war so. S. 73), schickten zehn so-genannte Rabbinen, an der Spitze Jacob Zemach, ihrem SendbotenNathan Spira aus Jerusalem eine Abschrift dieser in sorgsamerVerwahrung gehaltenen Urkunde von den Mose-Söhnen nach Reggio
9 Bei den Biographen herrscht durch Wolf und de Rosst eine großeConfusion in Betreff Jakob Chages', und ein bibliographisches Objekt ist ihnenentgangen. Chages übersetzte Isaak Aboabs I. nmL.n nnus unter dem Titel:^.lrnsnars, äs 1a Uns . . nnsvarnsnts traäusiäo sn lsnZua vulgär . .por sl Ualrarn äastaoob UaZss . . sn Istorns 1656. In der Einl. sagtder Berf.: xara xoäsr saoar ü I,U 2 nn oornsnto sn lsnAnag's bsbraiso sobrsIss Llisnaiot gus inUtuls ^.rbol äs la vläa (c"n p>') z? llallanäoinösn Inorns xara irnxrnnir äisliL obra ^arssiäinö braäurär . . Nsnorabainabor. sVergl. Kayserling, Uibl. sspaüola-poibnAnsM-slläaisa, S. 51.Grünbaum, jüdisch-spanische Chrestomatie, S. 114.) Er stammte also nichtaus Livorno, sondern befand sich zufällig 1656 das. Erst später muß er nachJerusalem übersiedelt sein, lieber seine Klaus, gegründet von GebrüderVega s. Moses Chages n-rn n°ür> x. 26 b. Er starb nicht 1688, sondernwie Asulai angiebt (s. v.) "kVo 'vMpv n.v'.-n — 1674. Seinen Ge-
burtstag (31. Januar 1620) giebt er selbst Us-laoliob Lstannob x. 51 b:
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Graetz, Geschichte der Juden. X.