Sabbatal Zewi.
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Prediger Abraham Jachini kennen, welcher ihn in seinem Wahnebestärkte. Jachini stand wegen seines Predigertalentes in Ansehen.Er war ein armer Teufel und ein verschmitzter Mann, der für einenchristlichen, holländischen Liebhaber der morgenländischen Literaturschöne Abschriften lieferte. Aus Eigennutz oder ans Lust an Mysti-sication, um Sabbataä Zewi in seinem Wahne zu bestärken, spielteJachini ihm eine apokryphische Rolle in alterthümlichen Zügen in dieHände, welche angeblich aus älterer Zeit von Sabbatai's MessiasthumZeugniß ablegt. „Ich Abraham war 40 Jahre in einer Höhle ein-geschlossen und war verwundert, daß sich die Zeit der Wunder nichteinstellte. Da tönte mir eine Stimme entgegen: „Ein Sohn wirdim Jahre 5386 der Welt (1626) geboren und wird Sabbataä genanntwerden. Er wird den großen Drachen demüthigen, er ist der wahreMessias und wird ohne Waffen Krieg führen." Diese Schrift, welcheder junge Schwärmer selbst für eine echte Offenbarung gehalten zuhaben scheint, wurde später die Quelle vieler Mystificationen und Be-trügereien. Indessen schien es weder dem Betrogenen, noch denBetrügern rathsam, in Constantinopel aufzutreten. Salonichi schienein geeigneterer Schauplatz für kabbalistische Schwärmereien; es hul-digte von jeher der Mystik. Hier hielt sich daher Sabbataä längereZeit auf, gewann Anhänger und trat bereits mit mehr Kühnheit auf.Hier führte er eines seiner Stücke auf, durch welche er auch später auf dieEinbildungskraft der Kabbalisten zu wirken Pflegte. Er ließ ein feier-liches Fest bereiten, lud seine Freunde dazu ein, ließ sich die heiligeSchrift (Thora) bringen und bedeutete den Anwesenden, daß er seinemystische Vermählungsfeier mit derselben begehen wollte. Kabbalistischsollte es bedeuten, daß die Thora, die Himmelstochter, mit dem Messias,dem Sohne des Himmels oder des En-Sof, in einem unzertrennlichenBund vereinigt werden sollte. Diese Szene mißfiel aber den beson-nenen Rabbinen Salonichi's und sie setzten seine Verbannung auch ausdieser Stadt durch. Von da begab sich Sabbataä nach Morea, wahr-scheinlich zu Verwandten und Freunden seines Vaters und hielt sich aucheinige Zeit in Athen auf, wo es damals eine jüdische Gemeinde gab.Als die Juden dieser Gegend aber von dem über ihn verhängtenBann erfuhren, leisteten sie ihm keinerlei Vorschub. Aber diese Wider-wärtigkeiten, weit entfernt ihn zu entmuthigen, machten ihn nur nochkühner, er mochte sie als die zur Verherrlichung des Messias noth-wendigen Leiden ansehen.
Endlich bot sich ihm nach langer Wanderung in Kairo Aussichtzur Verwirklichung seiner Träume. In der egyptischen Hauptstadtfungirte von jeher ein jüdischer Münzmeister und Zollpächter, welcher