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Geschichte der Juden.
levantischen Handel in der Hauptstadt unsicher machte. Mehrere euro-päische, namentlich holländische und englische Kaufhäuser verlegtendaher ihr Comptoir nach Smyrna. Diese bis dahin unansehnlicheStadt erhielt dadurch eine größere Bedeutung als Handelsplatz.Die Juden Smyrnas, welche bis dahin arm waren, benutzten diesenAufschwung des Handels, hoben ihn noch mehr und erlangten zuerstals Agenten großer Handelshäuser und dann als selbstständige Firmengroße Reichthümer. Mardocha! Zewi, Sabbata'i's Vater, ausMorea, von Hause aus arm, wurde Agent eines englischen Hausesin Smyrna, führte dessen Aufträge mit strenger Redlichkeit aus, genoßdaher das Vertrauen der Handelsherren und machte dabei gute Ge-schäfte. Seinen zunehmenden Wohlstand schrieb der verblendete Vaterdem Verdienste seines die Kabbala pflegenden Sohnes zu und zollteihm eine so große Verehrung, daß sie unwillkürlich auf Fremdeüberging. Sabbatat galt als junger Heiliger. Freilich Besonneneerklärten ihn wegen seiner Extravaganz für einen überspannten Narren.Im Hause seines englischen Handelsherren hörte Mardochäl Zewi oftvon der Nähe des tausendjährigen Reiches sprechen, entweder daßdieser selbst oder einige seiner Leute zu den Schwärmern der Apo-kalypse der fünften Monarchie gehörten. Das Jahr 1666 wurde vondiesen Schwärmern als das messiauische Jahr bezeichnet^, welchesden Juden eine neue Herrlichkeit bringen und sie wieder nach Jerusalemzurückkehren sehen werde. Die im englischen Handelshause ver-nommenen Erwartungen theilte Mardochai Zewi den Mitgliedern seinerFamilie mit, und keins derselben lauschte mit mehr Andacht daraufals Sabbata'1, der bereits in dem Wirrwar der lurjanischen Kabbalaverstrickt war und auch seinerseits schwärmerische Hoffnungen für baareWirklichkeit nahm.'Wie, wenn er selbst berufen wäre, diese Erlösungszeitherbeizuführen? War er nicht so jung, wie noch Niemand vor ihm,in die Tiefe der Kabbala eingedrungeu? Und wer wäre würdigerfür diesen Beruf, als ein tiefeingeweihter Kabbalist?
Der Mittelpunkt der jüngeren Kabbala war eben die gespann-teste Messiaserwartung: Lurja, Vital, ihre Jünger und Nachbeter ver-kündeten von Neuem: das Himmelreich ist nah. Ein eigenes Erlösungs-werk werde ihm vorangehen und es begleiten: die Erlösung derzerstreuten nrseelischen Elemente (RiruLot) aus den Fesseln des Urbösen,Dämonischen (Lslipbot), welches sich ihnen durch den Fall der Geisteroder der göttlichen Elemente (Loliobirut lia-Lslim) angesetzt habe, siegefangen halte, sie am Aufschwung hindere und die ewige Wanderungder Seele von Leib zu Leib nöthig mache. Sobald der Böse ent-weder aufgezehrt, vernichtet, unwirksam gemacht oder wenigstens für