Orobio de Castro.
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seine einschlägigen Schriften haben nur einen geringen Werth. Erverkehrte zu viel mit dem auf Jndenbekehrung versessenen HamburgerPrediger Esdras Edzardus. Dieser verbreitete daher das gewißfalsche Gerücht, de Lara sei vor seinem Ende halb und halb Christgeworden*). — Dionys (Benjamin) Mnsaphia (geb. um 1616, st.in Amsterdam 1676), war Arzt und Naturforscher, stand eine Zeitlang im Dienste des dänischen Königs Christian VI. bis zu dessenTode, war philosophisch gebildet und erlaubte sich an Diesem undJenem in Talmud und Bibel zu zweifeln. Nichts desto wenigerfungirte er im Alter als Rabbiner in Amsterdam, mußte aber voneinem gewiegteren Talmudisten, von dem rücksichtslosen JakobSasportas hören, daß er keine gründlichen Talmudkenntnisse besäße").
Viel bedeutender als dieser ganze Kreis war BalthasarOrobio de Castro (geb. um 1620, st. 1687)^). Auch er stammtevon marranischen Eltern, welche heimlich vom Judenthum noch denVersöhnnngstag beobachteten, d. h. sich au diesem Tage von Speiseund Trank enthielten. In diesem Halbjudeuthume wurde Orobioerzogen. Mit einem Hellen Geiste begabt, studirte er die verkommeneund veraltete Philosophie, wie sie nur noch auf spanischen Hochschulengelehrt wurde, und brachte es bis zum Lehrer der Metaphysik au derUniversität von Salamanca. Indessen scheint ihn diese verknöchertePhilosophie nicht befriedigt oder ihm nicht genügende Subsistenzmittelgebracht zu haben, denn er verlegte sich im reiferen Alter auf dieArzneikunde. Darin hatte Orobio mehr Glück; er erlangte Ruf inSevilla, wurde Leibarzt des Herzogs von Medina-Celi und auch einerdem Hofe nahstehenden Familie und erwarb Reichthümer. Er warbereits glücklicher Gatte und Familienvater, als die Inquisition ihrAuge auf ihn warf. Ein Diener, den er wegen Diebstahls bestraft,hatte ihn angegeben. Orobio wurde verhaftet, des Judaismus angeklagtund in einen engen, düstern Kerker geworfen, der ihm nicht einmalRaum zur Bewegung ließ. Darin mußte er drei Jahre zubringen(um 1655—1658).
Anfangs füllte er seine Zeit mit philosophischen Grübeleien ans,wie sie auf den spanischen Universitäten getrieben wurden. Er über-nahm ein Thema zu vertheidizen, spielte in der Einbildung zugleich
saphia hat eine Ergänzung zum Lexicon Nathan Romis geschrieben, gedrucktmit diesem, -,c>is Amsterdam 165b. Vergl. über beide Steinschneider,
0. U. Nr. 4823. 4564.
st Bei Wolf lZibliotbsoa Usbrass, I, x. 317.
st S. Note 2.
st S. Note 1.