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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

schuft. Leon hatte sich nämlich auf Nachbildung des ehemaligen Tempelsund seiner Gefäße verlegt, wie sie in Bibel und Talmud geschildertwerden. Er arbeitete ein Tempelmodell in verjüngtem Maßstabe aus(3 Ellen Quadrat, 1^ Elle Höhe) und gab dazu eine kurze, faßlicheBeschreibung, zuerst in spanischer und dann in hebräischer Sprache').Diese außergewöhnliche Arbeit machte zu jener Zeit, in welcher jedeArt von antiquarischer Gelehrsamkeit und ganz besonders von biblischergeschätzt wurde, außerordentlich viel Aufsehen. Die Regierung vonHolland und Seeland gab dem Verfasser ein Privilegium gegen Nachdruck.Der Herzog August von Braunschweig und mehr noch seine GemahlinElisabeth wünschten von Leon's Beschreibung eine deutsche Uebersetzungzu besitzen und beauftragten damit den Professor Johann Säubertin Helmstädt. Aber während sich dieser mit dem Verfasser in brieflicheVerbindung setzte, um eine recht gediegene vollständige Arbeit zu liefern,kam ihm ein anderer zuvor und veranstaltete davon (in Hannover)eine deutsche Uebersetzung. Dieser Umstand machte dem armen ProfessorSäubert vielen Verdruß Leon Templo (welchen Beinamen er undseine Nachkommen von seiner Beschäftigung mit dem Tempel erhielt)stritt sich auch mit christlichen Geistlichen über Judenthum und Christen-thum herum und veranstaltete eine Psalmenübersetzung ins Spanische.

Zu diesem gebildeten Kreise von Spinoza's Zeitgenossen gehörennoch zwei MänUer, welche abwechselnd in Hamburg und Amsterdamweilten:, David Covn de Lara und Dionys Musaphia, beidePhilologen, aber nicht viel mehr. Mit ihrer Kenntniß des Lateinischenund Griechischen haben sie den talmudischen Wortschatz erläutert undfrüher eingeschlichene Jrrthümer berichtigt^). David de Lara (geb.um 1610, st. 1674) war auch Prediger und Moralschriftsteller: aber

') S. über ihn Steinschneider, C. B. Nr. 5565: die spanische Arbeit Nstrackoäsl Dovaxlo, Middelburg 1642, die hebr. borr rmrn Amsterdam 1650. Es verdientauch bemerkt zu werden, daß Leon mehr als 200 Figuren zur Illustration tal-mudischer Objekte gezeichnet hat. Diese Figuren überließ sein Sohn SalomoTemplo dem gelehrten Surenhuys für dessen lateinische Mischna-Ueber-setzung und Commentiruug (S. Surenhuys prastatüo acl I gegen Ende). Unterdiesen Illustrationen befanden sich Vignetten, um sämmtliche talmudischeTraktate durch ein Charakterbild oder einen einzelnen Zug zu veranschaulichen.Surenhuys hat sie vor jeder der sechs Mischna - Ordnungen abdrucken lassen.Manche talmudische Vignette ist sehr sinnreich ausgeführt.

2 ) Säubert gab 1665 heraus: Gründlicher Bericht über die neulichst zuHannover ausgegebene deutsche Dollmetschung des Traktats ckaoob ckslrnäs-sI-sonis von dem Tempel Salomonis, auch abgedruckt bei Wolf III, x. 460 fg.

De Lara schrieb einen Prodromus zu einem talmudischen Lexicon inAmsterdam 1638 und ein vollständiges Lexicon -m-Hamburg 1667; er hates nur bis zum Buchstabenausgearbeitet, gedruckt bis zum Buchstaben Mn-