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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Leon Templo.

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Nun, so war' es doch endlich erreicht! Die hebräische MuseSchreitet auf hohem Cothurn sicher und rüstig einher:

Mit der Dichtung gemessenem Schritte führet sie glücklich

Joseph entsprossen dem Stamm, der noch gefangen zumeist.Siehe, ein Heller Hoffnungsstrahl, ein neuer, erglänzet,

Daß sich dem heiligen Lied nun auch die Bühne erschließt.

Doch was rühm' ich!? Es feiert den Dichter die eigene Dichtung,Und das eigene Werk kündet dem Meister das Lob."

Andere Freunde des jüdischen Dramatikers waren: Nicolas deOliver y Fullana (Daniel Jehuda), Dichter, Oberstim spanischenDienste, zum Ritter geschlagen, dann in spanischem Dienste genauerKartenzeichner und Kosmograph; ferner Joseph Szemach (Sameh)Arias, ebenfalls Militair mit hoher Charge, der diejenige Schrift desGeschichtsschreibers Josephus (gegen Apion) ins Spanische übersetzte,welche die alten Vorurtheile und Lügen gegen die Juden widerlegte.Diese Widerlegung war in dieser Zeit noch nicht überflüssig. Vonden jüdisch-marranischen Dichterinnen sei nur genannt die schöne undgeistvolle Isabel Correra (Rebekka), die einen Blüthenkranz ver-schiedener Poesien flocht und das italienische LieblingsdramaDertreue Hirte" (Lastor b'iäo von Guarini) in schöne spanische Versebrachte. Isabel wurde die zweite Gattin des dichterischen Kriegersde Oliver y Fullana.

Von einem ganz andern Schlage war der Marrane Thomas dePinedo (Isaak, geb. 1614, st. 1679) aus Portugal, in einemJesuitencollegium von Madrid erzogen. Er war heimischer im klassischenAlterthume als im jüdischen und legte sich auf ein zu seiner Zeit inSpanien wenig angebautes Fach, auf die alte Geographie. Auch ihnverscheuchte die Inquisition aus Spanien, und er pries sich glücklich,mit heiler Haut davon gekommen zu sein. Der Philologe de Pinedoweilte in seinen letzten Jahren als Bekenner des Judenthums inAmsterdam, wo er sein umfangreiches Werk druckte Z. Er verfaßteselbst seine Grabschrift in lateinischer Sprache.

Nicht unerwähnt darf bleiben eine zu dieser Zeit vielleicht überVerdienst berühmte Persönlichkeit: Jacob Jehuda Leon (Templo,geb. 1603, st. nach 1671). Auch er war, wenn nickt selbst Marrane,doch von marranischer Abkunft, weilte zuerst in Middelburg, dann inAmsterdam und war eigentlich mehr Künstler, als Mann der Wissen-

st lieber Thomas de Pinedo s. Kayserling in Frankels Monatsschrift Jahrg.1858, S. 193 sg. Sein Werk Ltsxbanns L^antiaus äs lllrbibas besteht auszahlreichen erläuternden Anmerkungen unter dem Texte und einem Nomen-klator mit kurzen Biographien am Ende, gedruckt Amsterdam 1678, ein Jahrvor seinem Tode.