Druckschrift 
10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
Entstehung
Seite
178
Einzelbild herunterladen
 

178

Geschichte der Juden.

als zwei und zwanzig Comödien, von denen einige ans der MadriderBühne ausgeführt und für Calderonsche gehalten und mit Beifall aus-genommen wurden. Aber weder Mars noch die Musen vermochtenihn gegen die Inquisition zu schützen; er konnte sich nur durch schnelleFlucht ihren Griffen entziehen. Eine Zeit lang lebte Enriquez Gomezin Frankreich. Seine fruchtbare Muse besang Ludwig XIV., die Königinvon Frankreich, den mächtigen Staatsmann Richelieu und andere hoch-gestellte Personen des Hofkrcises. Er beweinte in Elegien sein Miß-geschick und den Verlust seines Vaterlandes, das er, wie stiefmütterliches auch gegen ihn war, wie ein Sohn liebte. Obwohl mit Glücks-gütern gesegnet, fühlte sich Enriquez de Paz im rauhen Norden, fernvon den blauen Bergen und der milden Luft Spaniens, verstimmtund unglücklich. Er trauerte:

Hab' Güter mir erworben und Meere viel durchstreift.

Und immer neue Schätze zu Tausenden gehäuft;

Nun bleichen mir die Haare, der Bart so schneeig weiß,

Wie meine Silberbarren, die meiner Mühe Preis Z.

Auch in Frankreich lebte er als verkappter Christ, bekundete aber seineTheilnahme am Judenthum, indem er den Märtyrertod des Lope deVera y Alarcon (o. S. 92) in elegischen Versen betrauerte. Endlichließ auch er sich im Asyl der Marranen nieder, während dessen wurdesein Bild auf dem Scheiterhaufen in Sevilla verbrannt. Es gab nämlichwieder ein großes Auto da F6 (1660) mit 60 Marranen, von denenvier zuerst erwürgt und dann verbrannt und drei einfach verbranntwurden. Bildnisse von entflohenen Marranen wurden dabei immerin Prozession getragen und in die Flammen geworfen darunterbefand sich auch das des Ritters von San Miguel und Comödien-dichters. Ein Neuchrist, der diesem schauerlichen Schauspiele beigewohnthatte und bald darauf nach Amsterdam entflohen war, begegnete ihmauf der Straße und rief ihm in Aufregung zu:Ach, Tenor Gomez!ich sah Euer Bildniß in Sevilla auf dem Scheiterhaufen verbrennen!"Gut," antwortete er,mögen sie es haben." Unter den zahlreichenweltlichen Dichtungen hat Enriquez Gomez auch eine von jüdisch -

Oonqnisbö sl inbsrss, surqnö los insrss,

^.rnontons bssoros ü vaillsrss,zf bsllsvas von 1s. bsrbs tun nsvsäsOorno 1s. inisins xlsts ooiiquIstÄäs.

Indessen kann er doch im genannten Jahre nicht so gar alt gewesen sein, daer 1856 seinen Lsrnson UsLsrsno drucken ließ und 1669 noch lebte, als erin sküZIs verbrannt wurde. Von diesem Auto da Fs, Llorente III, x. 471.