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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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De Rocamora.

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In dieser scheinbaren Harmlosigkeit lag zum Theil auch der Grund,daß seine gegen das Judenthum am kräftigsten und heftigsten geführtenSchläge keinen tiefen Eindruck und keine große Bewegung in der jüdischenWelt hervorgerufen haben. Es gab doch damals, gerade zur Zeit alsSpinoza dem Judenthum den Fehdehandschuh hinwarf, in dem jüdisch-portugiesischen Kreise eine Fülle von Bildung und Kenntnissen, wieweder vorher noch nachher; es herrschte in der Amsterdamer Gemeindeund ihren Colonien eine litterarische Rührigkeit und Fruchtbarkeit, dieman klassisch nennen könnte, wenn der Gehalt der literarischen Erzeug-nisse dem Umfange entsprochen hätte. Ihre Träger waren meistensgebildete Marranen, welche den spanischen oder portugiesischen Jn-qnisitionstribunalen entflohen waren, um im freien Holland ihrenrBekenntnisse und der freien Forschung leben zu können. Es warenDenker, Aerzte, Mathematiker, Sprachforscher, Dichter und auch Dichte-rinnen. Manche unter diesen nach Amsterdam entkommenen Marranenhatten eigenthümliche Wandlungen durchgemacht. Ein Mönch aus Valencia,FrayVicentede Rocamora (geb. 1601, st. 1684) hatte es in der katho-lischen Theologie sehr weit gebracht. Er war bis zum Beichtvaterder Infantin Maria aufgestiegen, welche später Kaiserin von Deutsch-land und Verfolgerin der Juden wurde. Eines Tages entflieht derBeichtvater aus Spanien, gelangt nach Amsterdam und entpuppt sichals Isaak de Rocamora, studirt als Vierziger Medicin, wird glück-licher Familienvater und Vorsteher jüdischer Wohlthätigkeits-Anstalten.Dieser ehemalige Mönch und spätere Parneß (Gemeindevorsteher) warauch ein guter Dichter, insofern, als er gelungene spanische und lateinischeVerse machteZ.

Eine andere Laufbahn machte Enrique Enriquez de Paz ausSegovia (geb. um 1600, st. nach 1660), der jüdische Calderon. Jungin den Kriegerstand eingetreten, hat er sich so tapfer bewährt, daß ersich den San-Miguel-Orden erwarb und Capitän wurde. Er führteneben dem Schwerte auch die Feder, mit der er komische Figuren undLagen zu zeichnen verstand. Enriquez de Paz, oder wie er als Dichtergenannt wurde, Antonio Enriquez de Gomez,^) gestaltete mehr

') lieber Noog.in.ors. s. äs Narrios Nsls-oion äs los Nosts-s Ende undin dessen Flug-Blättern, wo er sein Geburtsjahr andeutet und sein Sterbejahrgenau angiebt.

2) Quellen für seine Biographie äs los Niop, Dstuäios sobrs los änäiosäs lÜsPubn p>. 568 fg. Moknor, llistor^ ol sp>s.nisli libsraturs II, p>. 442 fg.Kayserling Sephardim 216 fg., der allzusklavisch der verworrnen Darstellungäs los Lios folgte. Der Letztere setzte de Gomez' Flucht aus Spanien 1636.In seinen 1642 gedruckten ^.oaäsrnis.8 rnoralss schildert sich de Gomez alsGrauhaarigen (das. x. 596).

Graetz, Geschichte der Juden. X.

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