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Geschichte der Juden.
Rechte und Gesetze gegeben. Spinoza belegte diese Annahme mit einemmißverstandenen Verse.») Diese „schlechten Gesetze", Auflehnung gegenden Priesterstaat, verbunden mit den schlechten Sitten, hätten Unzu-friedenheit, Abfall, Aufruhr erzeugt. Zuletzt sei es dahin gekommen,daß sie statt des göttlichen Königs einen menschlichen, und statt desTempels einen Hof erwählt hätten. Das Königthum habe nur nochmehr die Zerrüttung gefördert, es habe den Staat im Staate, dashohe Priesterthum nicht dulden dürfen, habe deßwegeu durch Einführungfremder Culte das Ansehen der Priestcrschaft geschmälert. Die Prophetenhätten auch nichts ausrichten können, weil sie nur gegen die Tyranneneifern konnten, aber die Ursachen bestehen lassen mußten. Alle Uebelzusammen genommen hätten endlich den Untergang des Gottesstaatesherbeigeführt. Mit dem Untergang desselben durch die Eroberung desbabylonischen Königs wären die natürlichen Rechte der Israeliten aufden Eroberer übergegangen, und sie wären verpflichtet gewesen, ihmund allen seinen Nachfolgern von Rechtswegen ebenso zu gehorchen,wie sie Gott gehorcht haben. Sämmtliche Gesetze des Judenthums,ja das ganze Judenthum sei dadurch von selbst aufgehoben wordenund habe keine Bedeutung mehr. Das war das Endresultat der spiuo-zistischen Untersuchung in dem theologisch-politischen Traktat. DasJudenthum habe einst eine glänzende Vergangenheit gehabt, Gott habemit dem Volke ein Bündniß geschlossen, ihm seine erhabene Macht ge-zeigt und ihm vortreffliche Gesetze gegeben; aber er habe es nicht fürdie Tauer bestehen lassen wollen, darum habe er ihm auch schlechteGesetze gegeben. Somit hätte das Judenthum seit mehr denn zweiJahrtausenden sein Ende erreicht, und doch bestand es noch so lange!Wunderbar! Spinoza fand die israelitische Geschichte und die Staats-verfassung vortrefflich gerade während der Barbarei der Richterzeit,während ihm die Glanzcpochen desselben, die Zeit David's und Salomo's,die Zeit des Königs Usia unerklärlich blieben. Und gar erst die Zeitdes zweiten Tempels, die Makkabäerepoche, als sich die jüdische Nationaus schmachvoller Niedrigkeit zu glänzender Höhe erhoben und dieHeidenwelt selbst zur Anbetung des einen Gottes und zum sittlichen
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x. 285: sZo sbiara äsäi ixsis statatu non bona, ste. Der Sinn diesesvielfach verkannten Verses ist in indirekter Rede zu nehmen: die Israelitenmeinten: „ich hätte ihnen nicht gute Gesetze gegeben, ich hätte ihnen befohlen,ihre Erstgebornen dem Feuer zu übergeben". Das ganze RaisonnementSpinoza's, wie die Deklamationen christlicher Apologeten von der nur rela-tiven Bedeutung des „Gesetzes" der Thora, die sich an diesen Vers lehnen,fallen damit in nichts zusammen.