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Geschichte der Juden.
er ihn hochstellte, so sprach er ihm doch Verstand, Willen und Allesab, was das gangbare Denken als höchste Vollkommenheit in Gott zusetzen Pflegt. Denn diese Thätigkeiten seien lediglich Formen desallgemeinen Denkens, begrenzte Aeußerungen des allgemeinen Geistes.Gott sei auch nicht nach der gemeinen Sprechweise frei, d. h. er ver-möge nicht willkürlich zu handeln und eigenmächtig überzugreifen. Ersei nur insofern frei, als er nach der ihm innewohnenden Natur, nachseinen eigenen, ewigen Gesetzen wirke und schaffe und nicht von etwasAnderm gezwungen werden könne. Man dürfe Gott nicht einmaleinen bestimmten Zweck für sein Wirken zuschreiben; denn das hieße,seine Vollkommenheit beschränken, ihn unfrei, ihn von der Erfüllungoder Nichterfüllung des vorgenommenen Zweckes abhängig machen.
Das ganze Weltall, alle einzelnen Dinge und ihre Thätigkeitensind (nach Spinoza) nicht bloß aus Gott, sondern in Gott; sie bildendie unendliche Reihe von Formen und Bildungen, in welchen sichGott offenbare, durch die er nach seiner ewigen Natur ewig wirke: dieSeele gewissermaßen denkender Körper und der Körper die sich imRaume ausdehnende Seele. Gott sei die innewohnende, nicht aberdie von Außen einwirkende Ursache aller Dinge; Alles ist in Gottund wird in Gott bewegt*). Gott als Schöpfer und Erzeuger allerDinge ist die erzeugende oder sich verwirklichende Natur. Die ganzeNatur ist beseelt, und die Reihe der Begriffe (Ideen) wie die derKörper bewegen sich in Ewigkeit in einander parallel laufenden oderin einander eingreifenden Linien. Wenn auch die ganze Fülle der ausGott hervorgegangenen und in ihm seienden Dinge nicht ewiger, sondernvergänglicher Natur ist, so sind diese doch nicht zufällig, sondern ausder Nothwendigkeit der göttlichen Natur begrenzt oder bestimmt, jedesauf seine Weise innerhalb seiner geringern oder größern Kraftsphäre
ff Ethik I, xroxositio 18. In einem Briefe an Oldenburg, Briefs, dlo. 2bemerkt Spinoza zu diesem Satze: Omnis. in Oso ssss .... eurn Us-nl»atllriru), st Forts stis-rn nuäsrsrn äiosrs, ouna nntiguis omnibus Hs-brasis, gnantrwa sx guibusäarn trnäitionibus, tainstsi mnltis rnoäisnäirltsratis, oorffiosrs liost. Entschieden hatte Spinoza bei dieser Bemerkungdie Kabbalisten im Sinne. Von ihrem ersten Anfänger an, z. B. Asriel vonGerona, behauptete die Kabbala, daß nichts außer Gott, und er der Urgrundalles Geheimen und Sinnenfälligen sei: . . nLv p-,n pn bw) -boL (-po pn) nmnbn ino: bo ipp mm. Der Sohar enthält viele solche pantheistisch klingendeSätze. Ein oft wiederkehrendes Bild im Sohar stellt alle Dinge und Er-scheinungen als bloße Hüllen (wirb» — ne-irb) Gottes dar, in denen er sichversichtbart. Spinoza, welcher in der Geschichte eben so unwissend wie seineZeitgenossen war, hielt die Kabbalisten und den Vers, des Sohar für antigniUsbrasi.