Spinoza.
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nicht mehr finden konnte, brachte er es nicht mehr über sich, dessenrituelle Vorschriften zu befolgen. Er stellte allmälig den Besuch derSynagoge ein, kümmerte sich nicht mehr um den Sabbat und die Fest-zeiten und verletzte die Speisegesetze. Er beschränkte sich aber nicht bloßdarauf, sich vom Judenthume losznsagen, sondern brachte seine Ueber-zeugung auch den Jünglingen bei, welche seine Belehrung suchten
Die Vertreter der Amsterdamer Gemeinde waren bei dem täglichzunehmenden Gerüchte von Spinoza's Entfremdung und Feindseligkeitgegen das Judenthum um so mehr betroffen, als sie sich in dem hoch-begabten Jünglinge gewissermaßen gespiegelt und in ihm einst eine festeStütze für die umlauerte Religion ihrer Väter erblickt hatten. Nunwar zu befürchten, daß er sie verlassen, zum Christenthum übertretenund seine Geistesgaben zur Bekämpfung seiner Mutterreligion an-wenden würde. Durften die Vertreter, das Rabbinatscollegium und dieVorsteher diesem systematischen Aufheben des Judenthums in dereigenen Mitte mit gleichgültigem Blicke zusehen? Es kamen noch immerFlüchtlinge aus Portugal und Spanien, welche ihre geachtete Stellungaufgaben, ihr Vermögen und ihr Leben aufs Spiel, setzten, um sichzum Judeuthum frei zu bekennen. Andere ließen sich aus unbeugsamerAnhänglichkeit au das Bekeuntniß ihrer Väter in die finstern Kerkerder Inquisition schleppen oder bestiegen freudigen Muthes die Scheiter-haufen. Ein zeitgenössischer Schriftsteller, ein Augenzeuge, berichtet:„In Spanien und Portugal sind Mönchs- und Nonnenkloster voll vonJuden. Nicht Wenige bergen das Jndenthum im Herzen und heuchelnwegen weltlicher Güter den Christenglauben. Von Diesen empfindeneinige Gewissensbisse und entfliehen, wenn sie können. In dieser Stadt(Amsterdam) und in mehreren anderen Gegenden haben wir Mönche,Augustiner, Franciscaner, Jesuiten, Dominikaner, welche den (kathol)Götzendienst verworfen haben. Es giebt in Spanien Bischöfe undfeierlich ernste Mönche, deren Eltern, Brüder oder Schwestern hier (inAmsterdam) und in andern Städten wohnen, um das Judenthum be-kennen zu dürfen" 2). Gerade in den Jahren, in welchen sich Spinoza
Vergl. die Bannformel gegen ihn Note 1. Darin heitzt es: borrsnäa»bsrsAias gns xratioava s snsinava s zmorinss obras gns obrava.Er hat also seinen Unglauben Anderen beizubringen gesucht.
") Orobio de Castro bei Limborch äs vsritats rsliZionis . . . armes,eollatio enin llnäaso sä. Lassl (p. I7H: läso ornnia rnonaobornna olanstra(Häspavias st LortnZallias) atgns rnonaliuin llnäasornin xlsna: Oanoniei,inqnisitorss, Lpiseoxi xlnrirni sx änäasis xroäsnnt; non xanoi in oorässnäai'oant st xroxtsr sa bona tsrnxoralia Obristianisinurn sirnnlant, sxqnibns aligni rssixisonnt st, nt xossnnt, sllnZiunt. In bao oivitats(Meinst.) st ptnribus alias rsZionibns rnonaebos babsinns, gni inäolatriainrsssosrs: ^.nAnstinos, §raneisoanos, llssnitas, Ooininieanos sto.