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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
Entstehung
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Keckstes Kapitel.

Spinoza und Sabbatal Zewi.

Spmoza's Jugend, seine Milschüler Mose Zacut und Isaak Naar. SeinBildungsgang und frühreifer Zweifel. Sein innerer Bruch mit dem Juden-thum. Neue Märtyrer der Inquisition. Verfahren des Rabbinats gegenSpinoza. Mordversuch gegen ihn. Er wird von Morteira und Aboab inden Bann gethan. Vertheidigung seiner Meinungsfreiheit, seine Rechts-und Staatstheorie. Sein Weltsystem (Ethik). Seine Antipathie gegen dasJudenthum. Seine Anschauung vom jüdischen Staate und Verkennen derjüdischen Geschichte. Spmoza's gebildete Zeitgenossen in Amsterdam. DeRocomora; Enriques Gomez de Paz. Der Dichter Joseph Pensa und daserste hebräische Drama. Gomez de Sosa; Arias; de Olliver y Fullanound seine poetische Gattin Isabel Correa; Thomas de Pinedo; LeonTemplo; David Coen de Lara; Benjamin Musaphia. Orobio de Castro.

(1656 70 .)

Während Manasse Ben Israel mit allem Eifer daran arbeitete,den Giebel für den Bau des Judenthums aufzurichten, d. h. denmessianischen Abschluß herbeizuführen, legte einer seiner Jünger Ge-dankenhebel an, um diesen Bau bis auf seine Grundfesten zu zerstören,ihn in unnützes Gerölle und Staub aufzulösen. Er machte Ernstmit dem, was für Leon Modena nur Spiel war. Der jüdische Stammhatte wieder einmal einen tiefen Denker in die Welt gesetzt, welcherden menschlichen Geist von seinen eingewurzelten Verkehrtheiten undJrrthümern gründlich heilen und ihm eine neue Richtung vorzeichnensollte, um den Zusammenhang zwischen Himmel und Erde oder zwischenGeist und Körper besser zu begreifen. Wie sein Urahn Abrahamwollte dieser jüdische Denker alle Götzen und Wahngebilde, vor welchendie Menschen bis dahin in Furcht, Gewohnheit und Gedankenträgheitihre Knie gebeugt hatten, zertrümmern und ihnen einen neuen Gottoffenbaren, der nicht in unerreichbarer Himmelshöhe throne, sondernin ihnen selbst weile und webe, dessen Tempel sie selbst sein sollten.Er wirkte wie ein Gewitter, betäubend und niederschmetternd, aberauch reinigend und erfrischend.

Die zuckenden Gedankenblitze dieses Denkers erster Größe trafendas ihm zunächst Liegende, das Judenthüm, am meisten. In der