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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Joseph Delmedigo.

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er zu gescheidt, um lange die Schafsmiene Platter Dummgläubigkeitbeizubehalten, ohne eine grinsende Satyrgrimasse zu machen. Er ver-theidigte die Echtheit des Sohar als eines alten Werkes von Simon bJochai oder wenigstens seiner Schule. Man dürfe sich nicht an mancheUngereimtheiten und Abgeschmacktheiten stoßen, welche darin Vorkommen;der Talmud enthalte deren auch nicht wenig und sei doch ein heiligesBuch i). Um es mit den Vernünftigen nicht zu verderben, ließDelmedigo darin durchblicken, daß er nur aus Noth den kabbalistischenUnsinn vertheidigte. Man dürfe nicht oberflächlich den Charaktereines Schriftstellers nach seinen Worten beurtheilen. Er z. B. schreibedie Schutzschicht für die Kabbala aus Gefälligkeit für einen hoch-gestellten Gönner, der sich in sie verliebt habe. Würde dieser Freundanderen Sinnes werden und von ihm eine Anklageschrift gegen dieKabbala verlangen, so würde er sie ihm nicht verweigern-). ZumSchlüsse bemerkt er: Philosophenjünger würden ihn wohl verspotten,daß er der Wissenschaft den Rücken gekehrt habe und dumm gewordensei, er aber wollte sein Lebelang lieber Narr genannt werden, als auchnur eine Stunde gegen die Frömmigkeit verstoßen.

Diese Schrift, die Delmedigo in Hamburg begonnen hatte, konnteer daselbst nicht mehr vollenden. Eine ausgebrochene Pest vertriebihn, den Arzt, von da nach Glückstadt. Da die winzige Gemeinde, vonder er sagte, er habe darin weder eine Stadt, noch Glück finden können ihm keine Subsistenzmittel bot, begab er sich nach Amsterdam (um1629 2). An ärztliche Praxis konnte er in einer Stadt, wo Medicinererster Größe waren, noch weniger denken, als in Hamburg, und somußte er sich abermals auf's Rabbinisiren verlege». Um seine Be-deutendheit hervortrcten zu lassen, gab er die wissenschaftlichen Ant-worten in Druck, die er auf die Anfragen seiner Polnischen Bewundererertheilt hatte, mit allen Lobhudeleien, Weihrauchwolken und Narrheiten,welche der junge Karäer Serach hervorgebracht hatte. Es ist einWerk wahrhaft Polnischer Ordnungslosigkeit, worin neben mathematischenThematcn und naturwissenschaftlichen Problemen, auch philosophischeund theologische Fragen erörtert werden, Alles bunt durcheinander.Delmedigo hütete sich aber, seine Ausfälle gegen die Kabbala und denTalmud und seine Vorliebe für die Karäer, Alles was er dem reichenSerach zu Liebe geschrieben hatte, abdrucken zu lassen. Anstatt einencyclopädisches Werk zu veröffentlichen, das er ruhmredig in frühester

ff -pull p. 28 b.

") Das. x.. 20 g,.

o) Das. Schluß.

Graetz, Geschichte der Juden. X.

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