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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Leon Modena.

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Unglauben unter der Maske des Jbn-Raz von Mkala versetzt hat-Er schickt voraus, daß keine Religionsform sich in ihrer Ursprünglichkeitund Reinheit im Sinne ihres Stifters erhalten habe. Auch dasJudenthum, obwohl der Gesetzgeber ausdrücklich gewarnt hat, nichtshinzuzusügen, habe sich eine Menge Zusätze gefallen lassen müssen.Die Deutungs- und Auslegekunst habe Vieles daran geändert. Jbn-Raz (oder Leon Modena in seiner ungläubigen Laune) durchmustertkritischen Auges Jakob Ascheri's Codex und merkt jeden Punkt an, wodie Rabbinen zum ursprünglichen Codex Zusätze gemacht, wo sie esgeschmälert und entstellt hätten. Er geht gar so weit. Vorschläge zumachen, wie das Judenthum von allen diesen Auswüchsen gereinigtwerden könnte, »m das echte, alte, biblische, innerliche in seiner Lauterkeitwieder herzustellen der erste Versuch zu einer Reform: Verein-fachung der Gebete und des Synagogeuwesens, Beseitigung der Ritu-alien, Aufhebung des zweiten Feiertages, Erleichterung der Sabbats-,Feiertags- und Passahgesetze, selbst des Versöhnungstages:Es solltejeder nur nach Maßgabe seiner körperlichen und geistigen Kräfte fasten."Das Ritual für Thierschlachten, die Speisegesetze, Alles wollte er ent-weder vollständig beseitigt oder vereinfacht wissen. Das Verbot vonWeintrinken mit Nichtjnden mache uns lächerlich, ebenso die Strengegegen angebliches Götzenthum. Zinsnehmen von Geld sei biblischerlaubt, und nur Wucher d. h. ein Uebermaß des Zinssatzes sei ver-boten. Auch die Ehegesetze wollte er reformirt wissen, und die tal-mudisch-rabbinischen Gesetze über bürgerliches und peinliches Rechtmachte er dadurch lächerlich, daß er einfach die Ausstellungen wieder-holte, die der gewissenlose Täufling Abner-Alfonso (VII. g 290 fg.)gemacht hatte. Alles das, bemerkt Jbn-Raz oder Leon Modena zumSchlüsse, erschöpfe das Thema nicht, sondern sei nur eine Probe vondem Unwesen des rabbinischen Judenthums. Er wisse wohl: er werdevon den Rabbinen wegen dieser freimüthigen Beurtheilung verketzertund verfolgt werden; allein wenn er nur dazu beitragen könnte, einemEinzigen die Angen zu öffnen, würde er sich reichlich belohnt halten.

Wäre es Leon Modena mit dieser kühnen, das bestehende Juden-thum umwälzenden Ansicht Ernst gewesen, hätte er sie als tiefe Ueber-zeugung in die Welt hinausgerufen, dann hätte er ohne Zweifel einestarke Bewegung innerhalb der Judenheit hervor gerufen. Allein dieVerurtheilnng des Talmud war ihm nur ein Geistesspiel; er dachte garnicht daran, einen Kampf dagegen anfzunehmen, er arbeitete vielmehreine Entgegnung aus mit ebenso geringem Ernst und ließ beides,Angriff wie Vertheidigung, unter seinen Papieren schlummern. MehrErnst machte Leon Modena mit der Bekämpfung der Kabbala, die ihm