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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

behalten, denn er besaß ein glückliches Gedächtniß und kam ans einMittel, es noch mehr zu schärfen, worüber er ein Buch schrieb *).Allein Leon Modena hatte keine Freudigkeit und kein Genüge wederam Wissen, noch an der Poesie; beides hatte für ihn nur Werth, inso fern es Brot brachte. Er predigte, machte Bücher und Verse, über-setzte und commentirte, Alles um Geld zu erwerben, und das Erwor-bene vergeudete er im Karten- und Würfelspiel, einer Leidenschaft, dieer theoretisch höchst tadelnswerth fand, aber praktisch nicht bemeisternkonnte. Im Alter als Sechziger hatte er es einmal zu einem erkleck-lichen Vermögen gebracht, aber er verlor es noch schneller, als er eserworben hatte, in kaum einem Monate 100 Dukaten, und im darauffolgenden Jahre das Doppelte. Die Wissenschaft hat ihn nicht ge-läutert und gehoben, hat keinen Einfluß auf seine Gesinnung geübt.Leon Modena war weder ein Genie, noch ein Charakter. Unzufriedenmit sich und seinem Geschicke, wegen seiner Spielsucht in steter Auf-regung, mit Noth kämpfend, wurde sein Inneres zerrissen und zwie-spältig. Die Religion hatte auch keine Macht auf sein Gemüth; erpredigte Andern, aber nicht sich selbst. Unglaube und Aberglaubeführten in seinem Innern einen steten Kampf. Daher beneidete erdie Naivgläubigen, welche in ihrer Einfalt von keinem Zweifelbeunruhigt werden, von der skrupulösen Befolgung der Ritualien ihreSeligkeit erwarten und sie auch erreichen, wie Leon Modena hinzufügt.Die Forscher dagegen müßten sich erst ihren Glauben und die davonbedingte Seligkeit erringen, und werden von dem Geier des Zweifelsstets geplagt 2). Er hatte keinen rechten Ernst, wie auch keine rechteUeberzeugung, oder vielmehr er hatte jeden Tag, je nach Laune undStimmung eine andere, ohne darum ein Heuchler zu sein. Er konntedaher von sich sagen:Ich gehöre nicht zu den Gefärbten, sondernmein äußeres Verhalten entspricht stets meinem Innern" ^).

Leon Modena war in der That in jedem Augenblicke aufrichtig.Er konnte in einem Tage für den Talmud und das rabbinische Juden-

*) Er schrieb eine Art Mnemotechnik unter dem Titel i'i.n 28, gedrucktVenedig 1612 .

2 ) Dieses Bekenntnis; ist für L. Modena charakteristisch (in 21) 'i8 III. x>. 68):P8 >2 . mem P212 1P1.1 '121 . . . 2'11.1'1 12 1882 ' 18),2 8),2 2'2>'2 .1201

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1122 '211 . . . 2'P12'-1 ;2 'M'.I 88 >2, so schildert er sich selbst in derTodesstunde. Geiger, der aus ihm einen Helden machen wollte, stempelt ihnzum Heuchler; er hat Modena's Charakter vollständig verkannt.