Leon Modena.
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ratur, wie in der jüdischen heimisch war, gut lateinisch sprach, sichbeim Papste Gregor XIII. für die Rettung der jüdischen Schriftenaus dem Jnqnisitionsfeuer verwendet und einen, allerdings nur augen-blicklichen Erfolg durch eine lange, wohlgesetzte lateinische Rede erlangthat. Nichts desto weniger beschwor er den Propheten Elia, ihm zuerscheinen i).
Leon Modena hat diese Familicneigenheit in einem hohen Gradebesessen. Er war ein Wunderkind; im dritten Jahre las er bereitseinen Abschnitt aus den Propheten vor, im zehnten hielt er eine ArtPredigt, im dreizehnten verfaßte er einen gewandten Dialog über Zu-lässigkeit oder Schädlichkeit des Karten- und Würfelspiels und dichteteein Trauerlied auf den Tod seines Jugendlehrers Mose Basula inhebräischen und italienischen Versen, die ganz gleich klingen, freilicheine Spielerei, die ihm aber im reifen Alter noch so gut gefallen haben,daß er sie abdrucken ließ 2). Aber ans dem Wunderkinde wurde keines-wegs ein Wundermann, keine hervorragende Ton und Richtung an-gebende Persönlichkeit. Modena bildete sich nur zum erstaunliche»Vielwisser (Polyhistor) ans. Wie er allerhand Gewerbe trieb, umseine Existenz zu begründen: Prediger, Lehrer für Juden und Christen,Vorbeter, Dolmetscher, Schreiber, Corrector, Buchhändler,Makler, Kaufmann, Rabbiner, Musikant, Heirathsvermittlerund Amnletenverfertiger war, ohne es zu einem festen Standezu bringen, so betrieb er auch viele Wissensfächer, ohne auch uur ineinem einzigen besonders hervorznragen. Er nmspannte die ganzebiblische, talmudische und rabbinische Litaratur, war in den christlichenBekenntniß- und theologischen Schriften eingelesen, verstand etwasPhilosophie und Physik, machte hebräische und italienische Verse, kurzer hat alles gelesen, was ihm durch das Medium der drei Sprachen,hebräisch, lateinisch und italienisch, zugänglich war, und hat es auch
st In Leon Modena's Selbstbiographie, auch ausgezogen in Nepi's undGhirondi's Biographien bunL'« mndm x. 26.
2) Titel x-n- iw oder Lläsä und Nsäsä zuerst gedruckt 1595, übersetztlateinisch, deutsch und französisch.
st In seiner Predigt-Sammlung p>. 801>. Nur zwei Verse haben
einigen Werth, die übrigen sind gezwungen und kindisch. Ich setze sie zurProbe her:
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Graetz, Geschichte der Juden. X.
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